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01.12.2011 14:23
Rubrik: Märkte

„Die Maßnahme der Zentralbanken ist ein Signal, mehr nicht“

Michael Krautzberger von der US-Investmentgesellschaft
Blackrock

Michael Krautzberger, Leiter des europäischen Rentenfondsteams von Blackrock, ordnet die jüngste Aktion einiger Zentralbanken, US-Dollar-Liquidität preiswerter zur Verfügung zu stellen, in den bisherigen Verlauf der Finanzkrise ein.

Die koordinierte Aktion der Zentralbanken US-Dollar-Liquidität preiswerter zur Verfügung zu stellen, ist klar auf die aktuellen Refinanzierungsschwierigkeiten der europäischen Banken ausgerichtet“, sagt Michael Krautzberger von der Investmentgesellschaft Blackrock. An den Maßnahmen beteiligen sich die Europäische Zentralbank (EZB) und die Zentralbanken von Japan, Kanada, Großbritannien, der Schweiz und die Federal Reserve (Fed, USA).

Die Teilnahme einiger Länder ist eher symbolisch, da die bereitgestellten, kurzfristigen Kredite bisher beispielsweise in der Schweiz kaum benutzt und benötigt wurden. Trotzdem hat wie Welt ein gemeinsames Interesse, das extreme de-leveraging der europäischen Banken abzumildern, da dies natürlich auch im großen Umfang außereuropäische und osteuropäische Vermögen betrifft.

Die Maßnahme selbst ist für uns kein bahnbrechender Wendepunkt, sie signalisiert aber hoffentlich eine neue Phase in der wahrgenommenen Dringlichkeit, die negative Vertrauensspirale zeitnah zu stoppen.

Das Gute an der Krise

Bisher konnte man zum Beispiel aus Sicht der EZB (aber auch aus Sicht der Kernländer) argumentieren, dass die Krise zwei Seiten hat: Eine positive, da sie Reformen in den Peripherieländern erzwingt und eine negative, da die Krise selbstverstärkend wirkt und bei Nicht-Einschreiten eine tiefe Rezession droht, die die Entschuldung nur noch schwieriger macht.

Die politische Dividende ist weitgehend vereinnahmt, in dem Sinne, dass in Italien, Griechenland, Spanien, Portugal und Irland sehr reformorientierte Regierungen mit klarem Entschuldungsmandat an der Macht sind. Eine solche durchgehende Reformorientierung erschien noch vor einem Jahr nur schwer vorstellbar.

Doch nun brauchen diese Regierungen Zeit und ein gesamteuropäisches Wachstum, welches eine Entschuldung nicht schon im Keim erstickt. Wir glauben und hoffen, dass diese koordinierte Zentralbankmaßnahme ein Indiz dafür ist, dass dies auch die Zentralbanken zunehmend so sehen.

Denn die Refinanzierungs- und Vertrauenskrise der Banken lässt sich nur lösen, wenn die zugrundeliegenden Probleme - Staatsschuldenkrise und stark fallende Wachstumsprognosen - entschlossen angegangen werden.

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