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01.12.2011 17:57
Rubrik: Märkte

Notenbank-Aktion: Lockerung der chinesischen Zentralbank ist viel wichtiger

Ralf Zimmermann von der Vermögensverwaltung
Döttinger / Straubinger

In seinem Gastbeitrag warnt Ralf Zimmermann, Investmentchef der Vermögensverwaltung Döttinger / Straubinger, vor einer Überwertung der jüngsten Aktionen der westlichen Zentralbanken. Viel wichtiger sei Chinas Lockerung der Geldpolitik.

China senkt erstmals den Mindestreservesatz seit 2008: Die chinesische Zentralbank (People’s Bank of China) verringert ihn um 50 Basispunkte auf 21 Prozent. Das ist der erste harte Hinweis auf eine Lockerung der chinesischen Geldpolitik.

Mit der Senkung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf eine weiche Landung der chinesischen Wirtschaft. Chinesische Aktien haben bisher unter der Zinsangst gelitten, die die Sorgen vor einer harten Landung der chinesischen Konjunktur erhöhen.

Nun dürfte ein drehender chinesischer Zinszyklus zu einer Outperformance chinesischer Aktien führen. Im vergangenen Zyklus begann die Outperformance Ende 2008, zwei Wochen nach der damaligen Wende in der chinesischen Geldpolitik.

Das wahre Problem sind die Risikoprämien

Die Maßnahme der globalen Notenbanken, die Zinsen auf US-Dollar-Liquidität zu senken, ist hingegen fundamental weniger bedeutsam als Chinas Lockerung der Geldpolitik – trotz der positiven Reaktion der Märkte.

Die europäischen Banken haben ein massives Refinanzierungsproblem, unter anderem im Dollarbereich, da die US-Geldmarktfonds, die traditionell den europäischen Banken Liquidität bereitstellen, sich zurückziehen. In diese Bresche springt nun vor allem die Federal Reserve (Notenbank der USA).

Das alles überragende Problem in der Eurozone sind jedoch die hohen Risikoprämien auf die großen Länder in der Euro-Peripherie. Durch die Liquiditätsmaßnahme der Zentralbanken sind sie nicht betroffen.

Um eine nachhaltig positive Reaktion der europäischen Märkte auszulösen, muss das durch die hohen Ausfallrisiken von Spanien und Italien bestimmte Systemrisiko verringert werden. Es bleibt hier das Warten auf massive EZB-Käufe.

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