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13.12.2011 11:21
Rubrik: Märkte

Europa hat die Weichen richtig gestellt

Angela Merkel und Nicolas Sarkozy nach einem Meeting
im Elysee Palast. Quelle: Gettyimages

Anleger müssen vorerst weiter mit hohen Schwankungen an den Börsen leben. Auf lange Sicht dürfte der jüngste Euro-Gipfel die Weichen zur Sanierung der Staatsfinanzen jedoch richtig gestellt haben. Das sollte sich mit der Zeit auch auf die Märkte auswirken, meint Peter Lackamp, Prokurist der Kroos Vermögensverwaltung AG.

Überlebt der Euro oder nicht? – Diese Frage überschattete die Zeit vor dem Gipfeltreffen der europäischen Regierungschefs. Auch wenn die Politiker erneut auf Zweckoptimismus machten, war der Glaube an die Zukunftsfähigkeit des Euro an den Märkten weitgehend erschüttert. Die Ratingagenturen drohten mit einer flächendeckenden Herabstufung fast aller Euro-Länder.

Europa gibt sich neue Regeln

Merkel und Sarkozy haben jedoch im engen Schulterschluss Entscheidungen erzwungen, die die Glaubwürdigkeit der europäischen Finanzpolitik wieder herstellen sollen. Großbritannien unter der Führung von David Cameron scheint als einziges Land der Europäischen Union diesen Weg nicht mitgehen zu wollen. Doch wie sieht dieser Weg aus?

Für alle nationalen Haushalte ist eine Schuldenbremse vorgesehen, die die Neuverschuldung bei maximal 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) deckeln soll. Für bestehende Schulden oberhalb der Grenze von 60 Prozent des BIP soll ein Zwang zur Reduktion eingeführt werden. Bei Verstößen gegen diese Regeln sind Sanktionen vorgesehen, die nur ein europäischer Mehrheitsbeschluss außer Kraft setzen kann.

Langfristige Chancen für Anleger

Diese Beschlüsse zielen auf die langfristige, nachhaltige Sanierung der europäischen Staatsfinanzen. Für Anleger bedeutet dies, dass es nicht zur schnellen Öffnung der geldpolitischen Schleusen durch die Europäische Zentralbank kommen wird. Doch ist das so schlimm? Schließlich müssen sich die Staaten so oder so irgendwann der Frage nach der Rückzahlung ihrer Schulden stellen. Daher kann der Entschluss der Europäer, die Schulden langsam, aber nachhaltig abzubauen, das Vertrauen der Marktteilnehmer auf lange Sicht besser stärken als die von der angelsächsischen Welt propagierte Öffnung der Geldschleusen.

Fazit: Wer jetzt bereit ist, in den Markt zu investieren, kann langfristig von einer solchen Entwicklung profitieren. Kurz- und mittelfristig müssen diese Investoren jedoch bereit und fähig sein, weiterhin volatile Marktentwicklungen auszuhalten.

Zum Autor: Peter Lackamp ist Prokurist der Kroos Vermögensverwaltungs AG in Münster und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

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Lesen Sie weitere Kolumnen von Vermögensverwaltern in unserer Themenrubrik Vermögensverwalter.

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