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21.02.2012 16:29
Rubrik: Märkte

Griechenland-Rettung: „Politiker belohnen Spekulanten“

Richard Woolnough

Die jüngsten Rettungsmaßnahmen für Griechenland setzen falsche Anreize, meint M&G-Fondsmanager Richard Woolnough. Die privaten Gläubiger werden unverhältnismäßig stark belastet, während die Spekulanten für ihre Wetten auf eine Pleite Griechenlands belohnt werden.

Die Privatgläubiger sollen Athen mehr als die Hälfte seiner Schulden erlassen und somit auf 107 Milliarden Euro verzichten. Die Euro-Länder stellen im Gegenzug weitere 130 Milliarden Euro bereit. Mit dieser Einigung, die sie in der Nacht zum Dienstag erzielten, hoffen die Euro-Finanzminister, den griechischen Schuldenberg von den derzeit 160 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf 120,5 Prozent senken zu können.

„Die Heuschrecken werden gefüttert, die Notenbanken essen weiter und der private Investor soll verhungern“, so kommentiert Richard Woolnough, Manager des M&G Optimal Income Fund, die jüngste Rettungsmaßnahme. Denn die Einigung belaste einseitig den privaten Sektor, während die Notenbanken keine Verluste in Kauf nehmen müssten.

Die Politiker halten sich nicht an die Spielregeln, kritisiert Woolnough. Mehr noch, sie verändern die Regeln noch während des Spiels. Damit nutzen sie ihre Macht aus, schaden jenen Banken, die griechische Staatspapiere in der Bilanz haben und setzen falsche Anreize.

Denn die überproportionalen Einschnitte bestrafen nicht nur die Besitzer der griechischen Staatspapiere, sondern belohnen auch Marktteilnehmer, die mit Short-Positionen in griechischen Staatsanleihen Wetten auf eine Pleite der Hellenen eingegangen sind. Dabei haben die europäische Regierungen solche Finanzjongleure erst vor kurzem als „böse Spekulanten“ kritisiert.

Die Investoren werden aus dieser Maßnahmen Lehren für die Zukunft ziehen, ist der M&G-Manager überzeugt. Im Falle einer weiteren Staatsschuldenkrise werden sie nun davon absehen, die ins Wanken geratenen Staatspapiere zu kaufen. Wer kann, wird stattdessen Short-Positionen auf die Staatsanleihen aufbauen, da er erlebt hat, dass sich das Spekulieren lohnt. Das könnte die Regierungen in einer schwachen Phase treffen und weitreichende Konsequenzen haben.

Hein Pongel, 24-02-12 10:09:
Jammer, Jammer. Was ist, wenn eben jene Politiker den Leerverkauf ganz stoppen? Und worin besteht denn der Unterschied zwischen "privaten" Anlegern und "Spekulanten"? Stecken da nicht doch im Endeffekt private Interessen dahinter? Und kommen wir endlich dazu genau da den Hebel anzusetzen, wo das Geld abbleibt? Wie wäre es denn etwa mit einer greichischen Analogie zum deutsch-schweizerischen Steuerabkommen? Selbstredend zu Lasten privater Anleger, die hinterziehen je wohl auch.
Mahner, 28-02-12 10:57:
Es ist nur noch traurig dem Treiben der Politiker zuzusehen. Ständig wird das Volk beschissen! Egal wo, in Deutschland oder Griechenland.Die Völker werden noch gegeneinander aufgehetzt bis man sich wieder die Schädel einschlägt.Wer nimmt entlich die Finanzhaie an die Kandarre? Aber nur viel Bla Bla seid Jahren und nichts wird unternommen gegen diese Oberzocker gegen die Menschheit! Ist ja klar wenn die selber über die Gesetze entscheiden! Ich finde diese politische Heuchelei zum kotzen!

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