Die große Freiheit
In den USA und Japan schreiben Variable Annuities seit langem Erfolgsgeschichte. Die Rentenversicherungen mit speziellen Garantien starten jetzt auch in Deutschland durch.
In den USA und Japan schreiben Variable Annuities seit langem Erfolgsgeschichte. Die Rentenversicherungen mit speziellen Garantien starten jetzt auch in Deutschland durch.
In USA und Japan boomt das Geschäft. Die Beitragseinnahmen von Variable Annuities in den Vereinigten Staaten steigen seit Jahren um 17 Prozent per annum, in Japan kletterte das Volumen in fünf Jahren von fast null auf umgerechnet 92 Milliarden Euro. In Europa gibt es die Rentenpolicen amerikanischer Prägung erst vereinzelt. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman schätzt, dass das Volumen in Europa in den kommenden fünf Jahren um 45 Milliarden Euro steigen wird. Der US-Anbieter The Hartford, der weltweit rund 1,6 Millionen solcher Policen verwaltet, wittert Morgenluft: „Wir taxieren das Volumen für Variable Annuities allein in Deutschland in den kommenden drei Jahren auf bis zu 22 Milliarden Euro“, so Marc Lieberman, Chef der irischen Tochtergesellschaft The Hartford Life, die im ersten Quartal 2009 in den deutschen Markt einsteigt.
Garantie über Hedging-Portfolio
Überwiegend handelt es sich bei Variable Annuities um fondsgebundene Rentenversicherungen, die eine bestimmte Leistung garantieren. Dafür zahlt der Kunde eine Garantiegebühr, etwa einen festen Prozentsatz des Fondsguthabens pro Jahr. Dieses Geld geht in ein separates, internes Hedging- Portfolio des Versicherers, das die Garantie absichern soll. Kapitalanlage und Garantiemanagement sind bei diesen Produkten voneinander getrennt. Dem Kunden soll das eine freiere Wahl bei der Anlageentscheidung und die Chance auf mehr Rendite ermöglichen. Denn er muss nicht auf Garantiefonds zurückgreifen, die ihr Sicherheitsnetz so spannen, dass sie einen Großteil der Einlagen in risikoarme, aber auch renditeschwache Renten investieren.
Bei Variable Annuities sollen Kapitalmarktinstrumente dafür sorgen, dass der Versicherer die Garantieleistung erbringen kann. Mit Futures, Optionen und Swaps wird dazu die Wertentwicklung des Kundenfonds genau entgegengesetzt nachgebaut. Fallen die Kurse, muss der Wert der Derivate entsprechend steigen. Beispiel: Der irische Versicherer Aegon bietet eine fondsgebundene Versicherung mit Namen 5 for Life an, die zur Kategorie der Guaranteed Minimum Withdrawal Benefits gehört. Bei dem Produkt, das in Deutschland noch nicht auf dem Markt ist, zahlt der Kunde einen Einmalbeitrag von mindestens 15.000 Pfund in eine Fondspolice ein. Gegen Garantiegebühr von maximal 1,35 Prozent kauft er sich das Recht, jährlich den Wert von 5 Prozent seines Ursprungsinvestments entnehmen zu können – lebenslang. Selbst wenn sich der Fonds so entwickelt, dass das Guthaben die 5 Prozent nicht deckt, zahlt die Versicherung die 5 Prozent des Originalinvestments weiter: Das Hedging-Portfolio ist dann idealerweise um den Wert gestiegen, den der Fonds des Kunden verloren hat.


















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