Leads: Handel mit Interessenten-Adressen boomt
Neben Empfehlungen greifen Finanzberater immer öfter auf Leads, Adressdaten potenzieller Interessenten aus dem Internet, zurück. Gerade in der Finanzmarktkrise wird die Gewinnung neuer Kunden noch wichtiger.
Das Geschäft mit Interessenten-Datensätzen aus dem Internet floriert. Wer nach Leads googelt, wird beinahe erschlagen. Gab es vor fünf Jahren lediglich eine Handvoll Anbieter der potenziellen Kunden-Datensätze, tummeln sich heute bis zu 50 Leadbörsen und -generatoren auf dem Markt. Ihr Ziel: Berater und Vermittler mit diversen Geschäftsmodellen davon zu überzeugen, dass es mit dem Kauf Ihrer Datensätze es nur noch ein kleiner Schritt zum Neukunden und einem hochwertigen Abschluss ist.
Die Bandbreite ist groß: Leads können stückweise, mit Monatspauschalen, themenzentriert oder auf ein Gebiet bezogen gekauft oder in Börsen ersteigert werden. Viele Anbieter offerieren gar einen Rundum-Service vom Leadsverkauf über Software-Lösungen bis hin zur Bestandspflege von Verträgen. Doch sehr transparent ist der Lead-Markt nicht.
Eine im April 2008 von der Firma Kunde-sucht Berater, über das Netzwerk Xing gestartete Initiative mit einem Qualitäts-Kodex für Leads-Anbieter versandete. „Einige wenige seriöse Anbieter haben den Kodex aus Eigeninteresse übernommen, für viele jedoch war er aufgrund ihrer Kostenkalkulation und hoher Reklamationsquoten nicht durchsetzbar“, sagt Sabrina Dohlich, von Kunde-sucht-Berater, die die Website zielgruppenleads.de betreibt.
Keine Krise im Lead-Markt spürbar
Dohlich schätzt, dass derzeit 25.000 bis 40.000 Berater isnbesondere Makler mit Leads arbeiten: „Die Zahl steigt seit 2008 weiter an, weil auch viele Ein-Firmen-Vertreter mit dem Leadkauf beginnen.“ Die Finanzmarktkrise habe den Lead-Markt völlig unberührt gelassen. „Noch sind die Auswirkungen der Finanzkrise im Lead-Markt nicht zu spüren“, sekundiert Axel Schwiersch, Geschäftsführer bei datensatzborse.de, doch mit rund einer Viertel Million Leads pro Jahr einer der größten Anbieter im Markt.
Zwar suchen User derzeit sehr viel weniger als noch vor Jahresfrist im Internet nach Informationen zu den Finanzmärkten. Nach „Geldanlage“ wurde im Januar 2009 lediglich 135.000 Mal gegoogelt. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der Google-Anfragen in den vergangenen 12 Monaten hatte noch bei 673.000 gelegen (DAS INVESTMENT.com berichtete). Dafür werden jedoch Begriffe wie Altersvorsorge oder PKV anhaltend gesucht, der Traffic auf den Portalen der Leadsanbieter hält an.



















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