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06.03.2009 11:27
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UWG-Novelle/Kundenberatung am Telefon: „Der Vertrieb hat die Brisanz noch nicht erkannt“

DAS INVESTMENT.com: In wie weit ist dieses Verfahren individualisierbar?

Aye: Im Grunde lässt es sich auf jede Branche und jedes Angebotsportfolio anwenden. Die Kommunikationswege sind bei den meisten Anbietern ähnlich - unabhängig von Angebot und Kundensegment. Wir empfehlen allerdings in jedem Fall die Begleitung durch einen Fachjuristen bei der Erstellung der Gesprächsleitfäden und der Archivierungslogik, damit die rechtliche Absicherung möglichst effektiv ist. Die Individualisierbarkeit ist von besonderer Bedeutung - denn das Opt-In wird nach der UWG-Novelle in jedem Kundenbestand erforderlich sein, egal ob B2C oder B2B, ob gewinnorientierter Anbieter oder nicht-gewinnorientiertes Geschäft wie zum Beispiel bei gesetzlichen Krankenkassen. Hier haben sehr viele Unternehmen noch Nachholbedarf: Manche großen Konzerne haben mit der Einholung von Opt-Ins noch nicht einmal begonnen.

DAS INVESTMENT.com: Wie sind die Reaktionen von Bestandskunden auf Ihre Anrufe, gibt es beispielsweise Bedenken in Sachen Datenschutz, etwa Befürchtungen dass die Adresse quasi als „Lead“ noch für andere Zwecke dienen könnte?

Aye: Wir sprechen hier von Bestandskunden. Eine ehrliche Ansprache ist  niemals kontraproduktiv. Weiterhin geben unsere Kunden ihre Bestandskunden nicht einfach als „Lead" an potenzielle Interessenten weiter. Die Kunden empfinden den Service eher als Bereicherung. Wir ernten im Gegenteil oft sogar sehr positive Rückmeldungen.

DAS INVESTMENT.com: Was kostet es, Opt-Ins zu generieren?

Aye: Der Preis hängt ein wenig von der Dauer des Gesprächs ab, das für das Verfahren erforderlich ist - und natürlich vom Volumen des Kundenbestandes. Ein Basis-Opt-In kann dabei inklusive Archivierung für zirka 3 Euro pro Kunde gewonnen werden. Kostenintensiver wird es, wenn differenziert jeder nur mögliche Kommunikationskanal abgefragt, dokumentiert und gegebenenfalls auch noch schriftlich in Form eines Kundenanschreibens definiert und bestätigt wird. Allerdings ist das nach heutiger Auffassung auch der sicherste Weg.

Von: Oliver Lepold

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