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Crashtest: Fonds auf dem Prüfstand

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Wo haben beliebte Fonds aus stark nachgefragten Anlagekategorien Stärken und Schwächen, und wie sind ihre Manager aktuell aufgestellt? Wir geben die Antworten!

31.03.2010 09:31
Rubrik: Investmeet 2010

Markus Krygier: "Der Euro ist stark überbewertet"

Markus Krygier, Volkswirt
und Fondsmanager bei
Amundi Asset Management

Die Angst vor Staatspleiten drückt den Euro auf neue Tiefs. Eine Bewegung, die jedoch längst überfällig ist, und auch noch nicht zu Ende ist, so Markus Krygier. Im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com erklärt der Amundi-Volkswirt und Fondsmanager das Wechselspiel der Währungen und warum die britische Währung noch ein volles Pfund abbekommen könnte.

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DAS INVESTMENT.com: Sie waren mal Volkswirt beim Internationalen Währungsfonds in Washington. Wünschen Sie sich in dieser spannenden Zeit manchmal dorthin wieder zurück?

Markus Krygier: Manchmal schon. Aber ich bin sehr gerne in London. Und ich bin natürlich froh, einmal beim IWF gewesen zu sein. Jeder Volkswirt hat diese Station einmal im Kopf und will da hin. Das war eine großartige Zeit in einer unglaublichen Stadt.

DAS INVESTMENT.com: Etwas langweilig, verschlafen und viele Behörden.

Krygier: Überhaupt nicht, niemals. Washington ist fantastisch, unglaublich lebendig, allein schon durch die vielen Nationalitäten, die Sie dort treffen. Dann die Nähe zur Politik. Sie sind dort ganz nah dran am Weltgeschehen, am Puls der Weltwirtschaft. Natürlich haben London oder New York das Flair von wirklichen Metropolen. Aber Washington verschlafen? Niemals und sicher nicht im Vergleich zu München oder Hamburg.

DAS INVESTMENT.com: Soso. Lassen Sie uns über den Euro reden.

Krygier: Der ist nach wie vor sehr stark überbewertet.

###BOX_5###

DAS INVESTMENT.com: Warum?

Krygier: Aus zwei Gründen. Einmal aufgrund der Kaufkraftparitätentheorie.

DAS INVESTMENT.com: Ein schönes Wissenschaftler-Wort.

Krygier: Ist ganz einfach. Stellen Sie sich zwei identische Warenkörbe vor, die Sie in zwei Ländern mit unterschiedlichen Währungen kaufen können. Die müssen mehr oder weniger das gleiche kosten, da viele Elemente, die zur Herstelllung der einzelnen Waren gebraucht werden, international gehandelt werden. Wenn mir meine Schuhe in Deutschland in Euro zu teuer sind, fange ich irgendwann an, mir dieselben Schuhe in den USA zu bestellen und zu kaufen. Was passiert dann? Der Euro wird schwächer, weil ich Güter nachfrage, die in Dollar notieren. Das ist jedoch ein sehr langfristiger Ansatz.

DAS INVESTMENT.com: Wo liegt denn langfristig das faire Gleichgewicht?

Krygier: Zwischen 1,10 und 1,20.

DAS INVESTMENT.com: Was ist der weitere Grund für eine deutliche Aufwertung des Dollar?

Krygier: Wir erwarten in den USA den ersten Zinsschritt. Obwohl die US-Wirtschaft nach wie vor große Probleme hat, wird die Fed vor der EZB die Zinsen erhöhen. Zinsdifferenzen sind die größten Treiber für Währungen.

DAS INVESTMENT.com: Noch vor einem halben Jahr galt es als sicher, dass Europa besser durch die Krise kommt, und die EZB die Zinsen vor der Fed erhöhen wird.

Krygier: Richtig. Dann kamen Griechenland, Spanien, Portugal, aber auch zum Teil Italien. In diesen Ländern müssen nun steuerpolitische Hilfsmaßnahmen umgesetzt werden. Was bedeutet das fürs Wachstum? Es wird zurückfallen. Daher wird die EZB die Zinsen später und deutlich langsamer als bisher gedacht erhöhen. Im Zusammenspiel mit der Kaufkraftparität wird sich der Euro daher auf den Gleichgewichtswert zubewegen, eventuell auch drunter.

DAS INVESTMENT.com: Häufig wird angeführt, dass der US-Bundesstaat Kalifornien, der ja für sich genommen eine der weltweit größten Volkswirtschaften ist, ähnliche Probleme hat wie Griechenland. Wie passt das zusammen?

Krygier: Kalifornien hat mit Sicherheit sehr große und sehr zyklische Schwierigkeiten. Aber in den USA gelten andere Budgetprozesse. Es ist zum Beispiel einem Bundesstaat nicht erlaubt, langfristige Defizite zu haben. Die müssen sofort einen Nothaushalt aufstellen, und der kommt in der Regel zustande. Dazu müssen die Bundessstaaten einen fiscal emergency ausrufen. In der Presse kommt es immer dramatischer rüber. Da sind Schwierigkeiten, aber die sind nicht vergleichbar mit der Eurozone.

Von: Malte Dreher

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