Märkte zittern vor Rezession

Die weltweit fallenden Kurse an den Börsen schüren
die Angst vor einer Rezession Quelle: Getty Images
Die Kurse sinken, die Angst steigt. Das Thema Rezession wird immer häufiger diskutiert. Andreas Rees, der Chefvolkswirt Deutschland von der Unicredit Bank bringt in seinem Gastbeitrag für DAS INVESTMENT.com etwas Licht ins Dunkel, zeigt Gründe auf und gibt einen Ausblick für die Weltwirtschaft.
An den internationalen Aktienmärkten geht die Rezessionsangst um. In den vergangenen Tagen haben die Kurse weltweit kräftig nachgegeben. Der DAX ist regelrecht in die Knie gegangen und hat seit Freitag vergangener Woche mehr als 10 Prozent verloren.
Sollten sich die Kurse heute stabilisieren (durch einen hoffentlich zufriedenstellenden US-Arbeitsmarktbericht), wäre dies noch immer der stärkste wöchentliche Rückgang seit November 2008. Angesichts der aufgekommenen Rezessionsängste wird im Folgenden die Weltwirtschaft näher analysiert, um Orientierung und Ausblick zu geben.
1.Die jüngste Verschlechterung der Unternehmensstimmung weltweit ist nicht primär Reflex der Schuldenkrise in den USA und Europa. Die treibende Kraft ist vielmehr die nachlassende Dynamik aus den Schwellenländern. Auch ohne Schuldenkrise wäre es zu einer Abkühlung der Weltwirtschaft gekommen.
Angesichts der zeitlichen Koinzidenz zwischen dem sich eintrübenden Unternehmensvertrauen und der Eskalation der Schuldenkrise scheint auf den ersten Blick ein unmittelbarer Zusammenhang zu bestehen. Dem ist aber nicht so. Die eigentliche Ursache für die zuletzt weltweit rückläufigen Frühindikatoren ist eine schrittweise Wachstumsverlangsamung in den Schwellenländern, die zunehmend auf die Industriestaaten ausstrahlt. Bereits seit dem Kollaps von Lehman Brothers im Herbst 2008 ist der laufende Konjunkturzyklus ein Unikum und weicht von dem ab, was sich in der Vergangenheit beobachten ließ.
Schrittmacher für die Weltwirtschaft war dieses Mal insbesondere China und nicht so sehr die USA. Dies galt im Aufschwung und macht sich jetzt auch in der Phase konjunktureller Verlangsamung bemerkbar. Veranschaulichen lässt sich die nachlassende Dynamik in den Schwellenländern anhand der jüngsten Einkaufsmanagerindizes (PMI). Von den BRIC-Staaten befindet sich lediglich der indische PMI noch deutlich über der Expansionsschwelle von 50 (vgl. Grafik). Aber auch hier ist die Tendenz klar rückläufig. In Brasilien und Russland wurden bereits Werte unter 50 erreicht.























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