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29.04.2009 13:33
Rubrik: Versicherungen

Allianz erwartet Ergebnisrückgang

Michael Diekmann, Allianz

Die Allianz Gruppe hat im ersten Quartal 2009 auf Basis vorläufiger Zahlen einen Umsatz von 27,7 Milliarden Euro erzielt, im Vergleich zu 27,0 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Auf der heutigen Hauptversammlung zeigte sich der Branchenführer trotz Finanzkrise für das Jahr 2009 gewappnet.

Das operative Ergebnis werde voraussichtlich rund 1,3 Milliarden Euro betragen, nach 2,2 Milliarden Euro im ersten Quartal 2008. Das Nettoergebnis sei angesichts weiterer Abschreibungen auf Finanzanlagen und der letzten Belastungen aus dem Verkauf der Dresdner Bank sogar nur in etwa ausgeglichen gewesen. Die Belastung aus dem Verkauf der Dresdner Bank betrage 400 Millionen Euro. 2008 hatte die Dresdner Bank die Allianz mit 6,4 Milliarden Euro belastet. Die ehemalige Tochter hatte die Allianz im Januar für 5,1 Milliarden Euro an die Commerzbank verkauft.

Mit einer defensiven Anlagestrategie will sich die Allianz nun für die Wirtschaftskrise wetterfest machen. „Nur Bares ist Wahres“, sagte der Vorstandschef Michael Diekmann. Man habe das Investmentportfolio sicherer gestaltet und Konzentrationsrisiken abgebaut. Der Versicherer müsse sich – auch zu Lasten möglicher Investmenterträge – flexibel und damit liquide halten, etwa um jene Kunden auszahlen zu können, die ihre Verträge aus Geldnot kündigten.

Die Solvabilitätsquote – die Eigenmittel im Verhältnis zu der von der Aufsicht geforderten Kapitalausstattung – lag Ende des ersten Quartals bei 158 (Ende 2008: 161) Prozent. Frisches Kapital brauche die Allianz nicht. Der Konzern habe „auch bei widrigen Marktverhältnissen genügend Mittel, um keine neuen Aktien ausgeben zu müssen“, beruhigte Diekmann die Aktionäre. Eine Kapitalerhöhung oder ein Einstieg des Staates stünden nicht auf der Tagesordnung. Eine Gewinnprognose wurde nicht mitgeteilt.

In der Lebensversicherung habe die Allianz mit einer deutlichen Steigerung der Prämieneinnahmen „den besten Start in ein Jahr seit langem“ erlebt, sagte Diekmann. Im Brennpunkt sieht der Allianz-Vorstandschef Diekmann in der Krise besonders den Kreditversicherer Euler Hermes und die US-Tochter Allianz Life.  In den USA stehe der Rentenversicherungsmarkt unter Druck, die gegebenen Garantien zu verdienen. „Wir steuern dort mit harten Kostenschnitten und Produktanpassungen massiv gegen“, sagte Diekmann auf der Hauptversammlung.

Von: Oliver Lepold

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