Erst die Arbeit, dann die Probleme: Ohne Zusatzrente wird es eng
Mit der gesetzlichen Rentenversicherung alleine werden die meisten Deutschen ihren Lebensstandard im Alter nicht halten können. Insbesondere die junge Generation, Menschen im Süden Deutschlands sowie die Besserverdiener werden ohne private Altersvorsorge starke Einbußen hinnehmen müssen. Für Beamte ist die Notwendigkeit zur Zusatzvorsorge hingegen deutlich geringer.
Nur ein Viertel der 37 Millionen Menschen, die Ansprüche auf gesetzliche Rentenversicherung (GRV), Beamtenpension oder berufsständische Versorgung (BSV) können mit diesen mindestens 60 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens decken. Die verbleibenden 27,8 Millionen Menschen wären – ohne weitere Ansprüche in einer Zusatzversicherung – unterversorgt.
Dies geht aus dem Vorsorgeatlas für Deutschland hervor, den das Team um Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag von Union Investment erstellt hat. Für gesetzlich Versicherte errechneten die Forscher ein Durchschnittseinkommen von 984 Euro monatlich, mit dem die Menschen durchschnittlich rund 43 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens werden ersetzen können. Bei der BSV liegt die Quote lediglich bei knapp 32 Prozent. Für Beamte ist die Notwendigkeit zur Zusatzvorsorge hingegen deutlich geringer: Sie werden durchschnittlich mit einer Pension von 2.570 Euro knapp 63 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens erhalten.
„Das künftig sinkende Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Folge der Rentenreformen seit 2001“, erklärt Raffelhüschen. Anpassungen wie den Nachhaltigkeitsfaktor oder Rente mit 67 bekommt insbesondere die junge Generation der 20- bis 34-Jährigen zu spüren. Sie können mit der GRV lediglich rund 39 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens ersetzen.
In Oberbayern bekommen Jüngere nur 37 Prozent des letzten Gehalts aus der GRV
Besonders betroffen sind junge Menschen im Süden Deutschlands. In der Region Oberbayern beispielsweise können die 20- bis 34-Jährigen gerade einmal 37 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens aus der GRV erhalten, auch wenn sie absolut gesehen die höchsten Rentenansprüche haben.
Insgesamt stellten die Forscher ein klares Ost-West-Gefälle bei der gesetzlichen Rentenversicherung fest. Während Arbeitnehmer in den neuen Bundesländern mit der GRV durchschnittlich 49,6 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens erreichen, liegt die Quote in den alten Bundesländern mit 41,2 Prozent deutlich niedriger. Der Grund für die höheren Werte in Ostdeutschland sind die älteren Jahrgänge, die durch die rentenrechtlichen Regelungen im Zuge der Wiedervereinigung besser versorgt sind und den dortigen Durchschnitt anheben. Bei den jüngeren Jahrgängen ist der Unterschied zwischen ost- und westdeutschen Regionen kaum mehr vorhanden.






















Noch keine Kommentare vorhanden.
Kommentar schreiben