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04.12.2009 12:52
Rubrik: Versicherungen

Deutscher-Ring-Debakel: OVB wird zum Spielball

OVB-Hauptverwaltung in Köln

Der Streit zwischen den Versicherungsgesellschaften Signal Iduna und Deutscher Ring Krankenversicherung (DR-Kranken) mit der Schweizer Balôise geht weiter. Nun ziehen Signal Iduna und DR-Kranken auch den Finanzvertrieb OVB in die Auseinandersetzung mit hinein.

DR-Kranken und Signal Iduna haben ihre Anteile an dem Finanzvertrieb erhöht. Nach Angaben der OVB-Sprecherin halten die beiden Gesellschaften, die sich Anfang des Jahres zusammenschlossen, nun die Mehrheit an OVB.

Dieser Schritt könnte eine neue Phase im Streit mit der Schweizer Gesellschaft Balôise einläuten, der die Sach- und Lebensversicherungssparten der Deutscher Ring Gruppe DR-Sach und DR-Leben gehören.

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Wie Financial Times Deutschland (FTD) unter Berufung auf Versicherungskreise berichtet, soll Reinhold Schulte, Chef von Signal Iduna und DR-Kranken, Balôise die kompletten OVB-Anteile seiner Gruppe im Tausch gegen DR-Leben und DR-Sach angeboten haben. Balôise sei auf das Angebot nicht eingegangen. Stattdessen soll die Gesellschaft eine komplette Trennung der DR-Sach und DR-Leben von DR-Kranken vorgeschlagen haben. Derzeit haben die drei Gesellschaften eine gemeinsame Verwaltung und denselben Außendienst.

Balôise plante, DR-Sach und DR-Leben mit ihrer Bad Homburger Gesellschaft Basler Versicherungen zusammenzufassen. Das Vorhaben scheiterte bisher am Widerstand der DR-Kranken.

Signal Iduna und DR-Kranken halten zusammen 50,9 Prozent an der OVB

Zusammen hält das Lager Signal Iduna/DR-Kranken nun 50,9 Prozent an der OVB. Dieser Anteil setzt sich folgendermaßen zusammen: Die Signal Lebensversicherung, die bisher auf 25,7 Prozent an OVB kam, hat ihre Anteile auf 28,56 Prozent erhöht. Ihre Schwestergesellschaft Iduna Lebensversicherung, die bislang nicht im Aktionärskreis vertreten war, hat an der Börse 1,05 Prozent gekauft. Damit kommt die Signal Iduna Gruppe auf insgesamt 29,61 Prozent.

Die DR-Kranken, die zuvor 1,42 Prozent an der Gesellschaft direkt hielt, erhöhte ihren Anteil auf 3,74 Prozent. Hinzu kommen die Anteile, die der DR-Kranken indirekt über die Deutscher Ring Beteiligungsgesellschaften zustehen. So hält die Deutscher Ring Financial Services GmbH 14,17 Prozent, die Deutscher Ring Beteiligungsholding 35,93 Prozent der Anteile. Zusammen ergibt das 50,1 Prozent. 17,54 Prozent dieses Anteils entfallen auf DR-Kranken, den Rest halten die feindlichen Ex-Schwestern DR-Leben und DR-Sach. Insgesamt besitzt die DR-Kranken also 21,28 Prozent der Anteile. Gemeinsam kommt das Lager somit auf eine rechnerische Mehrheit von knapp 50,9 Prozent.

„Dieses Tauziehen tangiert das operative Geschäft von OVB nicht“

Die OVB-Sprecherin bezeichnete die derzeitige Situation als eine „Momentaufnahme“. Die Versicherungsgesellschaften stünden derzeit unter Druck, etwas an der untragbaren Situation, bei der Angestellte für zwei verfeindete Lager arbeiten müssen und mitunter zwei Arbeitsverträge haben, ändern zu müssen. „Dieses Tauziehen tangiert das operative Geschäft von OVB jedoch nicht“, erklärte sie gegenüber DAS INVESTMENT.com.

>> weitere Informationen zur Auseinandersetzung zwischen Signal Iduna, DR-Kranken und Balôise

Michael , 31-01-10 11:12:
Ich bin überrascht wo die 50,9 % herkommen sollen. Lt.der Aktionärsstruktur verfügen SI und DR-Kranken über 32,3 % der Anteile. Der Rest gehört der DR Beteiligungsholding zu zu 65 % in der Hand der DR-LV ist. Schon interessant wie man sich "schönrechnen" kann ......Bleibt zu hoffen, daß nicht ähnliche Rechenmodelle bei dem Zusammenschluß von SI und DR -Kranken zu Grunde lagen

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