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15.11.2010 14:37
Rubrik: Versicherungen

Altersvorsorge: Kunden haben Angst vor falschen Entscheidungen

Günther Soboll, Canada Life

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) genießt das größte Vertrauen unter den Vorsorgeformen bei den Deutschen. Dennoch nutzen viele ihre Möglichkeiten nicht in vollem Umfang, aus Angst etwas falsch zu machen.

Betriebsrenten haben in der Bevölkerung einen deutlichen Vertrauensvorsprung vor anderen Vorsorgeformen – auch vor der gesetzlichen Rentenversicherung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Telefonbefragung, die die Managementberatung Smartcompagnie im Auftrag der Canada Life zum Thema Altersvorsorge durchgeführt hat.

Rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent) weiß, dass sie mehr für ihre finanzielle Absicherung tun müssen, sind aber unsicher bei der Wahl der geeigneten Anlage. Für weitere 25 Prozent gilt dies zumindest teilweise, für 11 Prozent eher weniger. Der Rest fühlt sich nicht betroffen. „Kunden kennen den Vorsorgebedarf“, sagt Günther Soboll, Hauptbevollmächtigter der Canada Life für Deutschland. „Viele würden gern mehr für das Alter tun. Aber aus Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, wird der Abschluss häufig aufgeschoben – fatal, wenn man an die Zukunft denkt.“

Rund 58 Prozent der Befragten geben an, beim Thema Vorsorge grundsätzlich in die bAV zu vertrauen- die mit Abstand größte Zustimmung unter den verschiedenen Anlagemöglichkeiten. Es folgen Sparbriefe, Bankanlagen und Festgelder (48 Prozent), Immobilien-Anlagen (43 Prozent), die gesetzliche Rentenversicherung (38 Prozent), Riester-Renten (36 Prozent) und private Lebens- und Rentenversicherungen (29 Prozent).

Für wenig vertrauenswürdig halten die Deutschen Wertpapiere und Investmentfonds (17 Prozent), Fondssparpläne (13 Prozent) sowie die Rürup-Rente (8 Prozent). 8 Prozent trauen keinem Modell. Mehrfachnennungen waren möglich.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Trotz des vergleichsweise hohen Vertrauens in der Bevölkerung wird die Betriebsrente noch nicht im möglichen Umfang genutzt. „Tatsache ist: Rund ein Drittel der Arbeitnehmer hat noch keine bAV, entweder, weil das Unternehmen kein Angebot bereit hält oder es an Informationen fehlt.“, kommentiert Günther Soboll, Hauptbevollmächtigter der Canada Life für Deutschland.

Laut Umfrage geben nur 57 Prozent der Befragten an, dass ihr Arbeitgeber eine bAV anbietet. Selbst dann wird die Möglichkeit nicht immer ausgeschöpft: Über 14 Prozent der Arbeitnehmer gehen nicht auf das bAV-Angebot ein. Als Begründung geben rund 34 Prozent an, sich schlecht zu Produkten, steuerlichen Aspekten oder Gesetzen informiert zu fühlen. Für gut 32 Prozent ist die bAV zu unflexibel und 15 Prozent beklagen, dass der Arbeitgeber keine Zuschüsse zahlt.

Von: Oliver Lepold

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Holger Reith, 16-11-10 14:53:
die Kunden haben nicht nur die Angst, etwas falsches zu entscheiden, sondern viel mehr noch, daß sie es nicht selbst entscheiden dürfen, bei welcher Gesellscahft ihr hart und sauer verdientes Geld hin überweisen werden soll (ähnlich wie bei der vermögenswirksamen Leistung). Leider wird hier meiner Meinung nach der freie Maklermarkt im Vergleich zu den Großunternehmen kaputt gemacht. Das ist wohl politisch so gewollt, daß nur die Großunternehmen das Geschäft machen sollen, bzw. wenn der Kunde keine Versicherung bei dem Betriebs-Freund abschließen will, daß er dann gar keine Direktversicherung zu bekommen hat. "Wie kann mein mehr Ahnung haben, ob die Versicherung gut oder schlecht ist, als ein freier Versicherungsmakler? Der hat doch auch keine Ahnung vom Versicherungsgeschäft. Wieso darf der denn bestimmen, wo ich mich versichern soll?" - ist häufig die Frage. Außerdem müssen die Kunden in der Regel bei jedem Arbeitgeberwechsel eine neue Direktversicherung abschließen, weil der Freund des neuen Arbeitgebers bei einer anderen Versicherung ist. Das kostet jedesmal eine neue Provision. Aber den Gesetzgeber stört das nicht, es ist ja nicht sein sauer verdientes Geld.

Freundliche Grüße

Holger Reith

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