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05.02.2010 17:32
Rubrik: Versicherungen

Kassensturz wegen 8 Euro: Tausende wechseln Krankenkassen

Quelle: Fotolia

Gesetzlichen Krankenkassen, die Zusatzbeiträge erheben, laufen nun die Kunden davon. Experten warnen vor einem Bürokratie-Chaos.

5.300 Mitglieder der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) sind bereits ausgetreten, berichtet die „Bild“-Zeitung. Bei der Betriebskrankenkasse Deutsche BKK gingen bislang rund 1.000 Kündigungen ein. Beide Kassen verlangen von ihren Versicherten seit dem 1. Februar 8 Euro Zusatzbeitrag.

Und das ist erst der Anfang, fürchten Insider. „Allein die Deutsche BKK erwartet bis zu 50.000 Kündigung“, zitiert die Online-Ausgabe der Rheinischen Post RP-online Schätzungen aus den Unternehmenskreisen. Bei der BKK für Heilberufe, die seit Februar den Maximalbeitrag von einem Prozent des Bruttolohns – bis maximal 37,50 Euro im Monat – erhebt, sollen allein gestern 500 kündigungswillige Mitglieder angerufen haben.

AOK-Rheinland: 1.000 Anrufe täglich

Auch bei den Kassen, die keine Beiträge verlangen, stehen die Telefone nicht still. Wilfried Jacobs, Chef der AOK-Rheinland, berichtet von 1.000 Anrufen möglicher Neukunden täglich – das sind zehnmal mehr als sonst. Auch die ebenfalls noch zusatzbeitragsfreie Techniker Krankenkasse (TK) hat alle Hände voll zu tun. Neben zahlreichen Telefonaten mit potenziellen Neukunden hat sich dort auch die Anzahl der Online-Anfragen laut einem Sprecher mehr als vervierfacht.

###BOX_8###

Theoretisch wäre fast ein Drittel der gesetzlich Krankenversicherten bereit, ihren gesetzlichen Krankenversicherer (GKV) zu wechseln, wenn der einen Zusatzbeitrag erhebt. Dies geht aus einer Umfrage der Kölner Rating-Agentur Assekurata hervor.

„Es droht ein teures Bürokratie-Chaos“

Die Wechsel-Welle kann vor allem für kleinere Versicherer zur ernsten Gefahr werden. Vor allem diejenigen Kassen, die einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben, müssen befürchten, dass vor allem die besser verdienenden Kunden zur Konkurrenz abwandern. Die dadurch entstandene Budgetlücke würde die Versicherung dann auch durch höhere Zusatzbeiträge nicht mehr ausgleichen können.

Experten warnen zudem vor steigenden Bürokratie-Kosten. Um Extra-Gebühren einzutreiben, müssen die Versicherungen für jedes Mitglied ein eigenes Konto anlegen. Bei einem Beitrag von mehr als acht Euro ist auch eine Einkommensprüfung nötig. Der bürokratische Aufwand ist gewaltig. Schätzungen gehen von Mehrkosten von jährlich bis zu 700 Millionen Euro aus. „Es droht auch ein teures Bürokratie-Chaos, allein weil der Wechselnde ständig neue Versichertenkarten braucht“, erklärte Gesundheitsökonom Jürgen Wasem.

KMB , 11-02-10 21:19:
Das ist der größte Wahnsinn aller Zeiten !! Ich rufe alle auf, die noch über gesunden Menschenverstand verfügen, die Zusatzgebühr zu boykottieren. Auch ist es fraglich, auf welcher Gesetzesgrundlage der Beitrag beruht - auf keiner ! Sonst würden alle Kassen den Beitrag auf einmal erheben. Den größten Hohn, sehe ich darin, das die DAK mit einer kostenlosen, einjährigen Auslandsreisekrankenversicherung wirbt, wenn man den Zusatzbeitrag für ein Jahr im Voraus bezhalt ! Irgendwo ist Schluss. Erst die Praxisgebühr, dann die Zuzahlungen, kaum noch Arznei auf Kassenrezept, etc... Ich frage mich wer die Beiträge der Kassen schluckt ? Die Wasserkopf Mitglieder der großen Kassen und der Pharmazie Konzerne ?!
Jeder sollte sich darüber Gedanken machen. Jeder einzelne Boykott, jeder Kassenwechsel zählt.
Wir sollten uns das nicht länger bieten lassen. Macht mit !
Ruth Lippert, 17-02-10 12:45:
Ich unterstütze jeden Boykott. Seit ca.44 Jahren
zahle ich die hohen Mitgliedsbeiträge der DAK,
treu und ohne zu Murren.
Jetzt wird mir mit Rausschmiss gedroht, wenn ich mich weigere die 8.00 Euro zu bezahlen. Welche zusätzlichen Leistungen werden mir für diesen Zusatzbeitrag angeboten? Dank der jahrelangen Kürzungen bin ich gezwungen,
für ca. 100.00 Euro im Monat
private Zusatzversicherung
abzuschliessen (Zahnarzt, Brillen, Krankenhaus). Wenn keiner zahlt, trennt sich die DAK dann von allen Mitgliedern? Ich bin absolut
empört und wütend, dass ich
mir auch noch drohen lassen
muss.
alle Mitglieder raus und
Frank Wendler, 19-02-10 18:00:
Dieser Schwachsinn muß beendet werden. Der Kleine bezahlt schon wieder die Zeche. 8€ ist eine reine Willkür. Es muß nach Einkommen gehen oder ist die Solidarität schon gestorben. FW
rolli forsch, 10-03-10 17:29:
vor allem muss es aufhören das türkische landsleute die in deutschland leben ihre familienangehörige in der türkei umsonst mitversichert sind !!die gehen also in der türkei zum arzt und der doofe deutsche bezahlt die behandlungskosten !!
Daniel , 14-03-10 13:11:
überall wo sich auf die Schnelle viel Geld verdienen lässt, gibt es viele die sich von diesem Kuchen was abschneiden wollen. Die Krankenkassenbosse erhöhen sich Ihre Gehälter, die mittlerweile Summen erreicht haben, was man als legalen Diebstahl bezeichnen könnte, denn so viel kann ein Mensch nicht leisten, daß es rechmäßig verdientes Geld wäre. Bezahlen müssen wir das mit unseren Beitägen. Uns werden Leistungen angeboten, die wir uns nicht Leisten können. Da werden Zuzahlungen abverlangt die man nur unter extremer Anstrengung, wenn überhaupt, bezahlen kann. Was kann einer Krankenkasse schon passieren wenn sie Verluste macht? Ich hab noch nie von einer Insolventen Kasse gehört. Welche Ausgaben hat eine Kassse denn überhaupt noch? Medikamente zahlen wir, Zahnarzt das meiste jedenfalls auch wir, durch die Prxisgebühr einen Großteil der anfallenden Arztkosten und bei allen Therapien werden wir zur Kasse gebeten.Es wäre ratsam daß der Mark hier mal bereinigt wird. Gesundheit ist kein Sozialzweig mehr, sie ist zu einem Wirtschaftszweig verkommen, wo nur noch die Rentabilität einer behandlung zählt. Es wir Zeit daß die Politik sich Ihrer Aufgabe eines Sozialstaates besinnt und die Gesundheit seiner Bürger wieder als moralische Verpflichtung sieht, denn immerhin kommen die Steuereinnahmen von gesunden arbeitsfähigen Bürgern. Das Maß ist voll es wird höchste Zeit eine agressive Haltung einzunehmen und sich dagegenzustellen, egal welche konsequenzen es hat. Über kurz oder lang hat keiner von uns mehr was zu verlieren....

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