Zimmerer: „Bei den Bewertungsreserven besteht dringender Handlungsbedarf"
Maximilian Zimmerer, Vorsitzender des GDV-Hauptausschusses Lebensversicherung und Vorstand der Allianz Leben über die europäische Schuldenkrise, nötige Reformen des Versicherungsvertragsgesetzes und das anhaltende Niedrigzinsniveau.
Positionen: Herr Zimmerer, die Lebensversicherung ist das beliebteste Vorsorgeprodukt der Deutschen, es hat sich seit über 100 Jahren bewährt. Trotzdem gerät es immer wieder in den Fokus der Medien. Warum eigentlich?
Maximilian Zimmerer: Also, ganz offen gesprochen – ich bin eher der Meinung, die Medien befassen sich viel zu selten mit dem Thema Lebensversicherung.
Positionen: Zu selten? Wie kommen Sie darauf?
Zimmerer: Nehmen Sie als Beispiel nur die Zeitschriften, die jeden Monat immer wieder neu über Fonds schreiben. Davon existieren gleich mehrere in Deutschland. Es gibt aber keine Publikumszeitschrift, die sich intensiv und kontinuierlich mit Lebensversicherungen beschäftigt. In den vergangenen zehn Jahren haben wir drei große Finanzkrisen erlebt. Im Zentrum der Diskussion standen dabei aber immer die Banken und ihre Investments, nicht die Lebensversicherungen. Im Moment sind die Lebensversicherungen völlig aus dem Fokus geraten, und mir wäre es lieber, die Menschen würden sich aufgrund des wichtigen Themas Altersvorsorge mehr mit dem Thema auseinandersetzen.
Positionen: Worauf führen Sie Ihre Erkenntnis zurück?
Zimmerer: Die Erklärung ist einfach. Lebensversicherungen bedeuten Stabilität. Und über stabile Verhältnisse zu berichten ist für die meisten Kommentatoren langweilig. Das Auf und Ab der Märkte erscheint ihnen viel spannender.
Positionen: Wenn vom Auf und Ab der Kurse an den Finanzmärkten geschrieben wird, schrillen dennoch immer wieder die Alarmglocken. Jeder fragt sich: Was ist eigentlich mit meiner Lebensversicherung, mit meiner Altersvorsorge?
Zimmerer: Die Besorgnis, die Sie beschreiben, habe ich bisher in der Diskussion nicht wahrgenommen. Wir haben auch keine vermehrten Kundenanfragen, die darauf hinweisen würden. Über seine Lebensversicherung braucht sich wirklich niemand Sorgen zu machen.
Positionen: Das klingt immer so beruhigend – man müsse sich keine Sorgen machen.
Zimmerer: Ja, und das Schöne ist – es stimmt auch noch. Nehmen Sie nur die Überschussbeteiligung der Lebensversicherungen. Obwohl die letzten Jahre an den Märkten mehr als turbulent waren und die Zinsen dramatisch gefallen sind, blieb die Überschussbeteiligung der Lebensversicherungen erstaunlich stabil, es gab nur sehr leichte Absenkungen. Die Lebensversicherungsunternehmen sind nun mal langfristige Anleger, und kurzfristige Schwankungen stören uns nicht.
Auf der kommenden Seite geht es um die Risikotragfähigkeit der Versicherungsunternehmen.






















Sie haben perfekt aus den Hochglanzbroschüren der Branche zitiert. Die Wahrheit ist aber, dass die Verzinsung lächerlich ist und die Kalkulationsgrundlagen zu Lasten der Versicherten sind. Seien Sie froh, dass so wenig über Ihre Branche berichtet wird.
Anstelle Rohstoffe, Sachwerte und Aktien zu kaufen wird praktisch in Kurzkäufer und unrentable Papiere angelegt, womöglich noch italienische oder andere Junkbonds.
Die Zukunft sind Lebesn oder Rentenversicherung auf Fondsbasis, und es wird ein Massensterben der Versicherer geben.Wenn erstmal die Leute ihre Verträge kündigen wird dann ganz schnell §89 VAG Auzahlungsverbot ziehen.
Es war schon immer klüger lieber Aktien von Versicherer zu kaufen als eine KLV oder RV abzuschließen.
Aber solange die Bürger von Banken und Versicherer für dumm verkauft werden können, wird das auch so bleiben, leider.
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