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05.06.2012 - 16:50 Uhr
Rubrik: Versicherungen

BAV: Arbeitnehmer fordern Sicherheit und Inflationsschutz

Thomas Jasper

Neben der gesetzlichen Rente nennen die Deutschen die betriebliche Altersvorsorge (bAV) als wichtigste Einkommensquelle im Ruhestand. Drei Viertel sind bereit, für eine Betriebsrente auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Towers-Watson-Studie „Altersversorgung und bAV aus der Arbeitnehmerperspektive“. Hierfür hatte die Unternehmensberatung mehr als 2.000 Arbeitnehmer aus Unternehmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitern befragt. Knapp 80 Prozent der Befragten verfügen über eine Betriebsrentenzusage.

„Die Studienergebnisse zeigen mehr als deutlich, dass die Diskussion um den Altersvorsorgebedarf und die längere Lebensarbeitszeit in der Breite angekommen ist. Das gilt für alle Altersgruppen – und wider Erwarten insbesondere auch für die jüngeren Arbeitnehmer“, sagt Thomas Jasper.

Mitarbeiter engagieren sich mehr, wenn sie die Rente verstehen

Der Leiter der bAV-Beratung bei Towers Watson weist aber auch auf deutliche Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit hin. „Überraschend viele Arbeitnehmer geben an, dass sie für ihre bAV auch eigenes Geld in die Hand nehmen würden. Aus unserer Beratungspraxis wissen wir aber, dass in vielen Unternehmen nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter dies bislang in die Tat umsetzt“.

Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass nur 47 Prozent der Mitarbeiter den für sie gültigen Pensionsplan kennen und verstehen. „Es wäre plausibel, dass Mitarbeiter ihr Geld nur für eine Altersversorgungsmöglichkeit einsetzen, die sie nachvollziehen können. Unternehmen sollten daher ihre Mitarbeiter regelmäßig und anschaulich über die vorhandenen Pensionspläne informieren“ empfiehlt Jasper. Die Studie zeigt auch, dass sich über die Hälfte der Mitarbeiter (64 Prozent) individuelle Einzelberatungen zu ihrer bAV wünschen.

Insgesamt wird die betriebliche Altersversorgung als zweitwichtigste Einkommensquelle im Ruhestand (direkt nach der gesetzlichen Rente, aber vor Ersparnissen und Wohneigentum) eingestuft. Ihre Wertschätzung ist hoch – rund die Hälfte der Arbeitnehmer ist mit ihrer bAV zufrieden oder sehr zufrieden.
Jasper: „Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob das Unternehmen die Betriebsrente allein finanziert oder ob die Arbeitnehmer sich daran beteiligen. Für Mitarbeiter ist vor allem wichtig, dass ihr Arbeitgeber sich engagiert – indem er Vorsorgemöglichkeiten bereitstellt und den Aufbau des Vorsorgevermögens unterstützt.“

Sicherheit hat oberste Priorität

Der Aussage „In der bAV ist Sicherheit wichtiger als hohe Renditen“ stimmten 56 Prozent der Arbeitnehmer zu. Der Inflationsschutz nimmt einen noch höheren Stellenwert ein (59 Prozent). Ebenso schätzen die Arbeitnehmer Wahloptionen – etwa mit Blick auf die Anlage der Pensionsvermögen (56 Prozent) und unterschiedliche Auszahlungsmöglichkeiten (44 Prozent).

Auch die Chance, die Betriebsrente schon vor dem 60. Lebensjahr abrufen zu können oder eine Hinterbliebenen- oder Invalidenleistung mitzuversichern, treffen auf große Zustimmung (41 beziehungsweise 31 Prozent). „Angesichts der großen Verbreitung von flexiblen Arbeitszeitmodellen, flexibler Arbeitsplatzgestaltung und so weiter erstaunt es nicht, dass Mitarbeiter sich auch eine bAV wünschen, die sich flexibel an individuelle Anforderungen anpassen lässt“, kommentiert Jens Denfeld, Senior Consultant bei Towers Watson und Mitautor der Studie, das Ergebnis.

bAV als Grund, im Unternehmen zu bleiben


Die Studie belegt auch, dass die Frage, ob ein Unternehmen einen Pensionsplan anbietet, aus Mitarbeitersicht bei Auswahl eines Arbeitgebers eine wesentliche Rolle spielt. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist dies ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Darüber hinaus ist die bAV für viele Mitarbeiter ein Grund, ihrem Arbeitgeber treu zu bleiben. 46 Prozent der Mitarbeiter, die mit ihrem Pensionsplan zufrieden sind, stimmen dieser Aussage zu – jedoch nur 12 Prozent der unzufriedenen Mitarbeiter.

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Von: Karen Schmidt
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