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27.05.2009 15:10
Rubrik: Zertifikate

„Na dann, gute Nacht"

Tilo Lendle, Profidis AG

Zertifikate sind für den Münchener Vermögensverwalter Profidis schon seit Jahren unverzichtbarer Bestandteil der Kundenportfolios. Im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com spricht Geschäftsführer Tilo Lendle über die Kundenreaktionen auf die Lehman-Pleite, relativiert das Emittentenrisiko und erklärt, wie der Vertrieb über Berater wieder in Schwung gebracht werden kann.

DAS INVESTMENT.com: Herr Lendle, was gefällt Ihnen an Zertifikaten?

Tilo Lendle: Mit Zertifikaten können wir Strategien fahren, die mit Fonds oder normalen Finanzprodukten nicht oder nur äußerst schwer nachzubilden sind. Dies gilt zum Beispiel für die zahlreichen Twin-Win-Zertifikate oder die jetzt verstärkt ausgegebenen Aktienanleihen.

DAS INVESTMENT.com: Wie setzen Sie Zertifikate in Ihrer Vermögensverwaltung ein?

Lendle: Innerhalb unserer Garantie-Vermögensverwaltung kaufen wir in erster Linie Garantiezertifikate, weil wir unseren Kunden damit ein Stück Sicherheit mit an die Hand geben. Viele unserer Kunden sind nicht mehr ganz jung, und deshalb ist das Thema Sicherheit ein wichtiger Faktor.

DAS INVESTMENT.com: Wie hat sich denn Ihr Garantie-Modul seit Ausbruch der Finanzkrise geschlagen?

Lendle: Fantastisch, die schlechteste Garantie-Vermögensverwaltung hatte 2008 eine Performance von 0,8 Prozent, das beste Portfolio brachte es auf 3,3 Prozent.

DAS INVESTMENT.com: Wie haben ihre Kunden auf die Lehman-Pleite und die massive negative Berichterstattung über Zertifikate reagiert?

Lendle: Gar nicht, weil wir ihnen zuvorgekommen sind. Die Eilmeldung der Lehman-Pleite haben wir unmittelbar an unsere Vermögensverwaltungs-Kunden weitergegeben. In diesem Schreiben informierten wir sie außerdem darüber, dass wir niemals Lehman-Produkte gekauft hatten, und wiesen noch einmal auf das Emittentenrisiko hin. Die schnelle Reaktion kam gut an: Nicht einer unserer Kunden hat in dieser Situation seine Zertifikate verkauft, was sich im Nachhinein als gute Entscheidung erwiesen hat.

DAS INVESTMENT.com: Warum hatten Sie denn keine Lehman-Papiere gekauft?

Lendle: Unter uns Pfarrerstöchtern: Schon seit Jahren war bekannt, dass es Lehman immer schlechter geht, schließlich wurde deren Firmenrating von AAA im Halbjahresrhythmus heruntergestuft. Heute so zu tun, als wäre alles gut gewesen, ist schon ein wenig verlogen.

Von: Felix Hannemann

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