Investoren-Umfrage Institutionelle sehen Gefahren durch passive Investments

Podiumsdiskussion auf der TechCrunch Disrupt Berlin am 5. Dezember: Der Technologiesektor dürfte sich institutionellen Investoren zufolge im Jahr 2018 überdurchschnittlich entwickeln. | © Getty Images

Podiumsdiskussion auf der TechCrunch Disrupt Berlin am 5. Dezember: Der Technologiesektor dürfte sich institutionellen Investoren zufolge im Jahr 2018 überdurchschnittlich entwickeln. Foto: Getty Images

500 institutionelle Investoren hat Natixis Investment Managers im September und Oktober um Einschätzungen zu den Märkten im Jahr 2018 gebeten. Vom Marktforschungsunternehmen CoreData befragt wurden Manager betrieblicher und staatlicher Pensionskassen, Stiftungen, Versicherungsgesellschaften sowie Staatsfonds aus Nordamerika, Lateinamerika, Großbritannien, Kontinentaleuropa, Asien und dem Nahen Osten. Insgesamt verwalten die Manager Anlagegelder von mehr als 19 Billionen US-Dollar (16 Billionen Euro).

Niedrige Volatilität beunruhigt

72 Prozent der Umfrageteilnehmer sind überrascht, dass die Volatilität schon so lange derart niedrig ist, 59 Prozent halten diesen Aspekt für sehr besorgniserregend. Die meisten Sorgen machen sich die institutionellen Investoren aber um geopolitische Risiken und die Bildung von Asset-Preisblasen. Einige wichtige Erkenntnisse vorab: 75 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass das aktuelle Marktumfeld aktiv agierenden Managern zugutekommt.

Besonders interessant: Eine Mehrheit der Befragten gibt an, dass das Wachstum im Bereich der passiven Investments die Volatilität künstlich niedrig hält (59 Prozent), die relativen Aktienkurse sowie die Risiko-/Ertragsprofile verzerrt (57 Prozent) und insgesamt das systemische Risiko erhöht (63 Prozent).

Alternative Anlagen gelten als chancenreich

Knapp zehn Jahre nach der Finanzkrise fahren die Notenbanken ihre monetären Hilfsmaßnahmen allmählich schrittweise zurück. Die Befragten rechnen daher im nächsten Jahr mit Wertschwankungen. Um ihre Portfolios entsprechend auszurichten, erhöhen die Institutionellen deshalb ihre Engagements in alternativen Anlageformen wie Private Equity, privaten Krediten, Infrastruktur-Investments und Immobilien.

Aktive Anlagestrategien erhalten den Vorzug

Institutionelle Investoren setzen in zunehmendem Maße auf aktive Anlagestrategien. So sind 76 Prozent inzwischen davon überzeugt, dass das aktuelle Marktumfeld aktivem Portfoliomanagement zugutekommen dürfte.

Darüber hinaus vertritt eine Mehrheit von 57 Prozent der Institutionellen die Auffassung, dass sich aktive Investmentansätze im direkten Vergleich langfristig besser entwickeln als passive Strategien. Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) geben an, dass aktiv agierende Manager Anlagechancen an den Schwellenländermärkten erfolgreicher identifizieren können. Ein ähnlich hoher Anteil der Institutionellen (74 Prozent) ist der Meinung, dass aktive Manager bessere Möglichkeiten bieten, in unkorrelierte Anlageklassen zu investieren.

Oliver Bilal, Head of International Sales and Marketing bei Natixis Investment Managers, erklärt dazu: „Weltweit sind sich die institutionellen Investoren des instabilen Marktumfelds, der verzerrten Asset-Preise sowie der systemischen Risiken, für welche die Interventionen der Notenbanken und die zunehmende Beliebtheit passiver Investments gesorgt haben, absolut bewusst. So setzen sie auch weiterhin auf aktives Management, um das aktuelle Marktumfeld bewältigen zu können. Darüber hinaus sind sie zuversichtlich, dass ihre Portfolios entsprechend aufgestellt sind, um auch zukünftigen Marktumfeldern trotzen zu können. Allerdings warnen sie davor, dass Privatanleger die systemischen Risiken, mit denen passive Investments einhergehen, nicht wirklich im Blick haben.“