IPOs enttäuschen Hedge-Fonds kehren Tech-Gründern den Rücken

Die Singlebörse Match.com. Match zählt zu den Tech-Unternehmen, die bei ihren Börsengängen weniger Geld einsammelten als erwartet. Bild: Screenshot Match.com

Die Singlebörse Match.com. Match zählt zu den Tech-Unternehmen, die bei ihren Börsengängen weniger Geld einsammelten als erwartet. Bild: Screenshot Match.com

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Im vergangenen Monat beteiligten sich Hedgefonds an so wenigen Risikokapital-Runden von US-Technologiefirmen wie seit 2013 nicht mehr – mit gerade einmal zwei Transaktionen. Das geht aus Daten des Marktforschers Pitchbook Data hervor.

Selbst Tiger Global Management, ein früher Unterstützer von Facebook und LinkedIn mit einem verwalteten Vermögen von 20 Milliarden Dollar, fährt das eigene Engagement zurück. Kleinere Firmen steigen sogar ganz aus.

Leere Versprechen


Hinter der Vorsicht der Hedgefonds steht die Tatsache, dass Start-ups zuletzt ihre Versprechen nicht einhalten konnten. Darüber hinaus haben sich einige Firmen angesichts enttäuschender Tech-IPOs entschieden, länger auf ihren Börsengang zu verzichten – was für die Investoren bedeutet, dass sie länger auf mögliche Gewinne warten müssen.

Die Zurückhaltung von Hedgefonds und anderen Investoren zwingt die Start-ups dazu, die Kosten zu senken, Mitarbeiter vor die Tür zu setzen und sich auf strengere Bedingungen beim Einsammeln von Finanzmitteln einzulassen.

Rendite statt Lottogewinn


„Wir haben komplett damit aufgehört, in nicht börsennotierte Tech-Firmen zu investieren", sagt Jeremy Abelson, Portfolio-Manager bei Irving Investors, einem kleinen Hedgefonds aus New York. „Ich bin durch mit nicht-greifbaren Bewertungen, unbekannten Ausstiegen, unbekannter Liquidität. Ich möchte mein Geld jetzt in etwas stecken, bei dem ich nicht unbedingt einen Lottogewinn erziele, aber das umgehend eine Rendite abwirft."

Zwischen dem dritten und vierten Quartal 2015 haben sich Hedgefonds an 38 Prozent weniger globalen Transaktionen mit Risikokapital-Rückendeckung beteiligt, zeigen die Pitchbook-Daten. Das Gesamtvolumen der abgeschlossenen Deals ging demnach in dem Zeitraum von 9,1 Milliarden Dollar auf 4,6 Milliarden Dollar zurück.