Ishares-Chef: „Wir wollen nicht die Fehler der Zertifikatebranche begehen“

Dirk Klee

Dirk Klee

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DAS INVESTMENT.com: Seit über zwei Jahren macht Ihnen die Deutsche-Bank-Tochter DB X-Trackers das Feld streitig. Nach eigener Aussage ist sie der am schnellsten wachsende ETF-Anbieter Europas. Dirk Klee: Wir freuen uns, dass der ETF-Markt weiterhin insgesamt stark wächst. Ishares hat als Marktführer an diesem Wachstum einen substanziellen Anteil, global und in Europa. Nehmen wir die europaweiten Zuflüsse, hatten wir im vergangenen Jahr rund 18 Milliarden Euro. DAS INVESTMENT.com: Das wäre mehr als X-Trackers. Trotzdem kann einen die hohe Schlagzahl der Konkurrenz mit neuen Produkten schon beeindrucken. Wollen Sie nicht nachziehen? Klee: Wir verfügen bereits über die mit Abstand größte Produktpalette im Markt. Da sollte es nicht verwundern, dass unsere Schlagzahl an Neuauflagen ein wenig gemäßigter ausfällt als bei manchen Wettbewerbern. Dennoch weiten wir unser Angebot selektiv aus und haben in diesem Jahr mit zwölf neuen Fonds schon eine recht hohe Zahl neuer Produkte auf den deutschen Markt gebracht. Es gibt unter den Neulingen der Konkurrenz sicherlich einige interessante Strategien. Nicht alle entsprechen unseren Grundprinzipien. DAS INVESTMENT.com: Die wären? Klee: Sie müssen transparent, nachvollziehbar und kostengünstig umsetzbar sein. DAS INVESTMENT.com: Das trifft alles auch beispielsweise auf gehebelte ETFs oder auch Short-Fonds zu. Klee: Nur bedingt. Diese Produkte lassen sich nicht mit dem Long-Only-Ansatz von ETFs vereinbaren. Zudem haben wir Bedenken, ob alle Anleger nachvollziehen können, wie sie funktionieren. Wir haben deshalb keine ETFs dieser Art im Angebot. Außerdem wollen wir nicht die Fehler der Zertifikatebranche begehen, die sich mit ihren vielen Produkten verzettelt hat. Eine ETF-Idee muss für uns langfristig tragbar sein. DAS INVESTMENT.com: Also ist bald Schluss mit neuen Produkten?