Jamie Hammond im Interview „Kaum ein Anleger investiert Geld, ohne mit einem Menschen zu sprechen“

Jamie Hammond, Europa-Chef bei AB

Jamie Hammond, Europa-Chef bei AB

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Sie kennen den Vertrieb an Kleinanleger und IFA Pools, über Privatbanken bis hin zu institutionellen Investoren aus dem Eff-eff. Welche Trends können Sie aktuell für diese Bereiche ausmachen?

In den Jahren nach der Finanzkrise haben wir auf allen Kanälen ein gestiegenes Interesse an rendite- und ausschüttungsorientierten Strategien sowie schwankungsarmen Produkten gesehen. Vor allem im institutionellen und semi-institutionellen Bereich werden Produkte gesucht, die im Niedrigzinsumfeld noch Rendite erwirtschaften können. Hinzu kommt eine zunehmende Nutzung von passiven Strategien und alternativen Investments, vor allem im Immobilien- und Infrastruktursektor.

Und Kleinanleger und deren Berater?

Im Segment der Privatanleger hat sich die Nachfrage nach Multi-Asset-Produkten in den letzten Jahren vervielfacht. Ebenso sehen wir ein zunehmendes Angebot an Liquid Alternatives. Es ist erst drei bis vier Jahre her, da konnte man die Firmen, die regulierte Hedgefonds-Strategien angeboten haben, noch an einer Hand abzählen. In den letzten Jahren sind mehr und mehr Anbieter in diesen Bereich vorgedrungen, um die Nachfrage an gefächerten, wenig korrelierenden Anlagen zu bedienen.

Sie kommen aus Großbritannien. Würden Sie auch sagen, dass britische und amerikanische Anleger Aktien mehr zugetan sind als die Deutschen?

Auf jeden Fall.

Nun werden aber viele dieser deutschen Anleger auf der Suche nach Rendite zu Aktien gedrängt, obwohl sie vor zehn Jahren noch einen großen Bogen darum gemacht haben. Was halten Sie davon?

Wenn ich mir Zentraleuropa, und besonders Deutschland, ansehe, fällt tatsächlich eine größere Nachfrage nach Aktien auf – weil die Anleger dort selbstverständlich die größeren Renditechancen sehen. Noch stärker fällt allerdings die bereits erwähnte steigende Nachfrage nach Multi-Asset-Produkten ins Auge. Denn durch die Finanzkrise und die Volatilität der letzten Zeit hat sich der Fokus der meisten Anleger zunehmend auf ein breites Portfolio gelegt.