Jan Ehrhardt im Interview „Es hat für mich nie etwas anderes gegeben“

Jan Ehrhardt ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender von DJE Kapital. Nach Studium an der Universität St. Gallen und Promotion an der Universität Würzburg und war er ein Jahr lang für Crédit Suisse tätig. 2003 trat er in die 1974 gegründete Vermögensverwaltung seines Vaters Jens Ehrhardt ein, der bis heute im Unternehmen aktiv ist. Jan Ehrhardt managt sechs Fonds, darunter den Mischfonds DJE Zins & Dividende.

Jan Ehrhardt ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender von DJE Kapital. Nach Studium an der Universität St. Gallen und Promotion an der Universität Würzburg und war er ein Jahr lang für Crédit Suisse tätig. 2003 trat er in die 1974 gegründete Vermögensverwaltung seines Vaters Jens Ehrhardt ein, der bis heute im Unternehmen aktiv ist. Jan Ehrhardt managt sechs Fonds, darunter den Mischfonds DJE Zins & Dividende.

DAS INVESTMENT: Ihr Mischfonds DJE Zins & Dividende taucht momentan häufig in den Topseller-Listen großer Vertriebe auf. Wofür sollten Anleger ihn mögen?

Jan Ehrhardt: Wir haben auf fünf Jahre gesehen fast 7 Prozent Plus pro Jahr gemacht. Mit einer Aktienquote von etwa 45 Prozent haben wir sogar Mischfonds mit 60 oder 70 Prozent Aktien überholt.

Den Fonds gibt es seit 2011. Seine glücklichste Wertentwicklung hatte er 2015. Was waren die Treiber?

Da kam viel Gutes zusammen. Mario Draghi hatte das Anleihekaufprogramm der EZB angekündigt, daraufhin hat der Euro nachgegeben. Die vielen deutschen Exportwerte, die wir im Portfolio hatten, sind stark gestiegen. Unsere Schweizer Inlands-Aktien haben von der Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro profitiert. Das allein hat dem Fonds 1 oder 2 Prozent gebracht. Und auch der US-Dollar stieg gegenüber dem Euro an. Alles hat gepasst.

Anfang 2018 musste der Fonds allerdings einstecken, der Kurs ist zusammen mit den Märkten eingebrochen.

Die Aktienmärkte haben ab Ende Januar in kurzer Zeit stark nachgegeben, dadurch hat auch der Fonds verloren. Im Verhältnis zum Aktienanteil gesehen aber nicht überproportional.

Wenn Sie das auf den Markteinbruch zurückführen, heißt das auch, dass es bei der nächsten Talfahrt an den Märkten wieder passieren kann.

Klar kann das wieder sein. Wir konnten das Minus vom Jahresanfang in der Zwischenzeit aber schon ausgleichen. Der Zins & Dividende ist eher defensiv aufgestellt. Wir können die Aktienquote von 50 Prozent auf bis zu 25 Prozent senken. Im Portfolio sind auch eher defensive Aktien. Ich halte es für möglich, auch in schwierigen Märkten mit sorgfältiger Branchen- und Titelauswahl und geschicktem Timing gute Ergebnisse zu erzielen. Wichtig ist vor allem, dass der Fonds über den Zyklus gesehen eine gute Rendite erwirtschaftet.

Welcher Ihrer sechs Fonds ist Ihr persönlicher Liebling?

Mein erster Fonds war der Dividende & Substanz, ich manage ihn seit 2003. Daher hat er für mich eine besondere Stellung. Den Zins & Dividende mag ich wegen seines Risikoprofils, er hat eine verhältnismäßig geringe Volatilität. Das sind meine beiden wichtigsten Fonds. Privat habe ich in alle meine Fonds investiert. Meinen Asienfonds mag ich gern, weil er ein bisschen spekulativer ist. Er kann stärker steigen, hat aber auch mehr Risiko.

A propos Asia High Dividend: Steckt auch persönliches Interesse hinter dem Fonds? Es heißt, dass Sie gern reisen.

Ein Hobby von mir. Als ich noch keine Familie hatte, konnte ich Arbeit und Reisen noch besser verbinden. Ich hatte eine Woche lang Termine in Hongkong und bin danach nach Kambodscha oder Vietnam oder Borneo geflogen. Jetzt mit Familie will ich nach Dienstreisen nicht noch allein Urlaub machen. Und viele südostasiatische Länder sind nichts für kleine Kinder.

Kam so auch die Idee für den Asia High Dividend zustande?

Nicht ganz. Ich bin 2004 das erste Mal für den Dividende & Substanz nach Hongkong gereist. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich ein so interessantes Portfolio mit Werten aus der Region hatte, dass wir 2008 einen eigenen Asienfonds aufgelegt haben. Mein Vater fand Asien volkswirtschaftlich schon immer interessant. Das Wissen zu den Einzeltiteln kam allerdings eher durch mich.