Japan-Experte John Vail „Der Yen schwächt sich bis März 2018 ab“

Haruhiko Kuroda (r.) bei einer Pressekonferenz in Tokio: Die von ihm geführte Bank of Japan achtet bei ihrer Geldpolitik unter anderem auf die Preissteigerungsraten im „Land der aufgehenden Sonne“. | © Getty Images

Haruhiko Kuroda (r.) bei einer Pressekonferenz in Tokio: Die von ihm geführte Bank of Japan achtet bei ihrer Geldpolitik unter anderem auf die Preissteigerungsraten im „Land der aufgehenden Sonne“. Foto: Getty Images

John Vail, Chief Global Strategist des japanischen Vermögensverwalters Nikko Asset Management

Die Bank of Japan (BoJ) sollte recht bald Ihren Plan zur Anpassung ihrer geldpolitischen Maßnahmen formulieren. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf dieser Sitzung damit beginnt, ist gering.

Voraussichtlich wird die BoJ ihre Erwartungen für die Kernrate des Verbraucherpreisindex (ohne Frischwaren, aber einschließlich Energie) für das Geschäftsjahr bis März von 1,1 auf 0,8 Prozent senken. Für die folgenden Geschäftsjahre dürfte sie jedoch an Ihrer Erwartung von 1,5 bis 1,8 Prozent festhalten.

Diese Prognose zeigt, dass die japanische Notenbank überzeugt ist, mit ihrer gegenwärtigen Politik ihr Inflationsziel in den nächsten zwei Jahren zu erreichen. Jede Schwäche des Yen wird sie diesem Ziel näher bringen, während ein Erstarken das Gegenteil bewirken wird.

Inflationsziel in zwei Jahren zu erreicht

Wir gehen davon aus, dass sich die Währung bis zum März auf einen Wert von 115 US-Dollar abschwächt, so dass die BoJ – im Rahmen ihrer Zinskurvenkontrolle – den momentanen Wert für zehnjährige japanische Staatsanleihen von derzeit 0 auf 20 Basispunkte im zweiten Quartal 2018 anheben kann.

Kuroda wird Notenbankchef bleiben

Wir erwarten, dass Haruhiko Kuroda Notenbankchef bleiben wird – vielleicht nur für ein paar Jahre, anstatt wie sonst üblich, für eine fünfjährige Amtszeit.