Japan-Katastrophe: Was Finanz-Experten sagen

Britische Helfer suchen in Ofunato Stadt nach Überlebenden<br>(Foto: Getty)

Britische Helfer suchen in Ofunato Stadt nach Überlebenden
(Foto: Getty)

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Eine der dramatischsten Wirtschaftsschlagzeilen kommt – natürlich – von der Bild-Zeitung: „Japan vor Staatsbankrott: Droht eine neue Weltwirtschaftskrise?“, fragt sie schon in fetten Lettern. Tatsächlich signalisieren die Aktienmärkte, dass Anleger in Panik geraten. Der japanische Nikkei-Index schloss heute Morgen mit einem Minus von 10,6 Prozent, nachdem es bereits gestern um mehr als 6 Prozent bergab ging. Der Dax reagiert und liegt zurzeit mit 4,5 Prozent im Verlust.

Bauunternehmen wie Kajima werden dagegen gesucht. Die Aktie schoss zu Spitzenzeiten um 37 Prozent empor. Auch das Wall-Street-Krawall-Magazin „The Street“ um Aktien-Einpeitscher John Cramer empfiehlt bereits die besten Aktien für den Wiederaufbau Japans.

Beruhigendes von Pimco

Eher optimistische Worte findet Mohamed A. El-Erian. Der Geschäftsführer des weltgrößten Anleihemanagers Pimco schreibt in seinem Statement von einem kurzen Einbruch von Japans Wirtschaft und hofft auf einen Aufschwung durch den folgenden Wiederaufbau. Seine fünf Punkte:

  • Japans Wachstumsrate wird zunächst fallen, dann aber durch den Wiederaufbau stark steigen.
  • Unterbrechungen in der Produktion und sinkende Lagerbestände werden Engpässe verursachen. Dadurch könnte die Inflation für kurze Zeit von ihrem aktuell niedrigen Niveau heftig anziehen.
  • Staatsdefizit und –verschuldung werden deutlich steigen. Schuld sind sinkende Einnahmen und Ausgaben für die Notfälle.
  • Die japanische Zentralbank wird die Geldpolitik weiter lockern und zusätzliche Kredite bereitstellen.
  • Viel Geld wird zurück nach Japan fließen.

Insgesamt, so El-Erian, habe Japan aber die Kraft, um sich wirtschaftlich von der Katastrophe zu erholen.

Jan Amrit Poser, Chefvolkswirt der Bank Sarasin zieht Vergleiche zum Erdbeben von Kobe am 17. Januar 1995. „Im Januar 1995 sank die Industrieproduktion um 2,6 Prozent. Verschlimmert wird ein solcher Schock auf der Nachfrageseite, weil auch die Konsumentenstimmung stark beeinträchtigt wird“, sagt Poser. Allerdings dauerten solche Schocks nur kurz, der Konsum werde in den Folgemonaten nachgeholt. Auch nach der jetzigen Katastrophe werde es diese so genannte V-förmige Erholung geben.