EU-Austritt Große Sorge vor der kommenden Brexit-Verhandlung

EZB-Präsident Mario Draghi (l.) und Jeroen Dijsselbloem, Präsident der Euro-Gruppe | © Getty Images

EZB-Präsident Mario Draghi (l.) und Jeroen Dijsselbloem, Präsident der Euro-Gruppe Foto: Getty Images

Über die Austrittskosten müsse genauso gesprochen werden wie über das künftige Verhältnis zwischen Großbritannien und der Europäischen Union (EU), sagte der niederländische Finanzminister am Donnerstag auf einer Veranstaltung des deutschen Bankenverbands in Berlin.

„Die Gesprächen werden sehr komplex werden, sehr langwierig und die Interessen werden gleich zu Beginn auseinandergehen“, erklärte Dijsselbloem. „Je mehr ich darüber nachdenke und all die Themen studiere, die studiert werden müssen, umso mehr Sorgen mache ich mir.“ Am Nachmittag traf er sich mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Berlin.

Passporting nicht die Lösung

Für die Finanzmarkt-Regulierung strebe die EU eine „sehr enge Vereinbarung“ an. Passporting sei nicht die Lösung. Stattdessen müsse es verschiedene Regime für verschiedene Unterbereiche des Finanzsektors geben. Äquivalenz, die Anerkennung der jeweiligen Aufsichts- und Bankenregulierung, sei ein Teil der Lösung und zu Beginn auch nicht schwer zu vereinbaren.

Wer jedoch Äquivalenz anstrebe, müsse bereit sein, sich auch langfristig an die europäischen Standards anzupassen. Denn sonst würden Standards und Aufsicht langfristig auseinanderdriften. Die EU könne nicht zulassen, dass Londoner Institute unter britischem Recht und Aufsicht im Binnenmarkt Geschäfte machen, wenn verschiedene Standards gelten. Auf Dauer müsse es somit eine regelmäßige Überprüfung geben.