Goldfonds-Manager Joachim Berlenbach „Ich glaube weniger an den Safe-Haven-Aspekt von Gold“

Joachim Berlenbach, Berater des Earth Gold Fund UI | © Getty Images

Joachim Berlenbach, Berater des Earth Gold Fund UI Foto: Getty Images

DAS INVESTMENT: Der Goldpreis hat seit Ende September stark korrigiert. Aus taktischer Sicht: Eine gute Gelegenheit Position aufzubauen, oder sollten Investoren aus Ihrer Sicht besser noch abwarten? 

Berlenbach: Die Korrektur im Goldpreis, die wir zurzeit beobachten, ist vor allem auf die zunehmende Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-amerikanische Federal Reserve zum Jahresende zurückzuführen. Zusätzliche Volatilität ist kurzfristig durch die hohen spekulativen Long-Positionen am New York Commodities Exchange (COMEX) zu erwarten.

Es gibt aber auch viele Gründe, die mittelfristig – vielleicht schon im ersten Quartal 2017 –  auf einen steigenden Goldpreis hinweisen: eine zunehmende Nachfrage aus Indien und China, eine sinkende Minenproduktion über die nächsten Jahre, ein weiterhin anhaltendes Niedrig- beziehungsweise Negativzinsumfeld, das Renditen weiter sinken lässt und Gold als Anlageklasse interessant macht, und die Schwierigkeit bei dem aktuell niedrigen Goldpreis die abgebauten Lagerstätten zu ersetzen.

Investoren, denen der Goldpreis aktuell zu volatil ist, sollten mit einem Einstieg warten, bis ein Rückgang der Volatilität verzeichnet wird. Sie könnten dann, allerdings bei einem deutlich höheren Goldpreis, wieder einsteigen. Wir sehen aber, dass Investoren mit einem längerfristigen Anlagehorizont den aktuell niedrigen Goldpreis zum Einstieg nutzen.