Job und Karriere Deutsche Finanz-Chefs rekrutieren für Digitalisierung

Deutsche Unternehmen verstärken sich derzeit personell für die Digitalisierung. | © Pixabay

Deutsche Unternehmen verstärken sich derzeit personell für die Digitalisierung. Foto: Pixabay

Christian Umbs, Robert Half

Die Automatisierung ist nicht nur Recruitment-Treiber, sondern sorgt auch für veränderte Anforderungen an Finanzfachkräfte: Neben Hard Skills wie IT-Kompetenzen (43 Prozent) und Datenanalyse (34 Prozent) sind in Zukunft vor allem unternehmerische Fähigkeiten und Soft Skills gefragt.

Das zeigt eine Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half unter 200 Finanzverantwortlichen in Deutschland. Demnach In den nächsten zwölf Monaten will die Hälfte (50 Prozent) der befragten Chief Financial Officer (CFO) frei gewordene Festanstellungen nachbesetzen.

Knapp ein Viertel (23 Prozent) plant sogar das Finanzteam mit zusätzlichen Fachkräften auszubauen. Ähnlich verhält es sich bei Zeitarbeitskräften: Während rund ein Drittel (34 Prozent) zumindest frei gewordene Stellen neu besetzen will, planen 22 Prozent der CFOs die Zahl ihrer Interimskräfte zu erhöhen.

Hoher Fachkräftebedarf wegen Automatisierung

„Die Automatisierung eines Prozesses erfordert sehr spezifisches Fachwissen, beispielsweise zur Datenanalyse“, erklärt Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half. „Zeitarbeitskräfte bringen Kompetenzen und Kapazitäten für den benötigten Zeitraum ins Unternehmen, dazu geben sie wertvolles Wissen an festangestellte Mitarbeiter weiter.“

 

Neben dem Aufschwung sorge die Automatisierung auch für Wandel bei den im Finanz- und Rechnungswesen geforderten Kompetenzen, meinen die befragten CFOs. Besonders unternehmerisches Denken (39 Prozent), strategische Vision (38 Prozent) sowie Problemlösungskompetenz (33 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (29 Prozent) und Offenheit für Veränderungen (26 Prozent) gewinnen an Bedeutung.

Veränderte Anforderungen im Finance-Bereich

Auf den ersten Blick erscheine es paradox, dass der technische Fortschritt verstärkt Soft Skills im Finanz- und Rechnungswesen erfordert, so Umbs. „Ein Grund für ihre wachsende Rolle ist die Verlagerung von repetitiven Aufgaben zu komplexen Analysen und deren Interpretation.“

Umbs von dem weltweit tätigen und auf Fach- und Führungskräfte im Finanz- und Rechnungswesen, IT sowie Assistenz- und kaufmännische Berufe spezialisierten Personaldienstleister Robert Half betont: „Um die richtigen Handlungsempfehlungen abzuleiten und in den betroffenen Abteilungen zu implementieren, bedarf es unternehmerischer Fähigkeiten und Fingerspitzengefühl.“