Jochen Felsenheimer: Eine Hommage an den CDS-Markt

Jochen Felsenheimer von Assénagon

Jochen Felsenheimer von Assénagon

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Der Markt für Credit Default Swaps ist seit dem Ausbruch der Griechenlandkrise verstärkt in die Kritik geraten. Vergangenes Jahr stand die Frage im Mittelpunkt, ob Staaten-CDS Länder in die Insolvenz treiben können. Dies wurde auch von Institutionen, denen man Objektivität unterstellen darf, verneint. Hierzu gehörten der IWF, die BIZ und auch nationale Aufsichtsbehörden.

Jedoch scheinen diese Ausführungen weitgehend ignoriert zu werden, was sich in der aktuellen Diskussion bezüglich der Mechanismen auf dem CDS-Markt widerspiegelt.

Hierbei stehen vor allem zwei Kritikpunkte im Raum: Erstens wird die Funktionsweise von CDS im Allgemeinen in Frage gestellt angesichts der Tatsache, dass die freiwillige Beteiligung der europäischen Finanzinstitute an der Umschuldung Griechenlands kein Credit Event und damit keine Versicherungszahlung auslöst.

Zweitens wird das Volumen an ausstehenden CDS-Kontrakten als potenzielles Risiko des globalen Bankensystems gesehen, was die Urängste der Investoren vor weapons of financial mass destruction aufkeimen lässt. Im Folgenden der Versuch, beide Kritikpunkte ohne ideologische Vorurteile anhand von nachprüfbaren Fakten zu bewerten.

Warum gibt es eigentlich CDS?

Die Ursprünge des CDS-Marktes liegen in den 90er Jahren und sind angesichts der Nachfrage von Banken, Kreditrisiko-Positionen auf ihren Bilanzen abzusichern, entstanden. Wie es eben auch im Aktienmarkt Instrumente gibt, die bei fallenden Aktienkursen an Wert gewinnen, wurde ein Instrument für den Kreditmarkt entwickelt, welches eben dasselbe auf dem Kreditmarkt tut.

Während der Markt kontinuierlich weiterentwickelt wurde, stieg das Volumen des CDS-Marktes nach 2003 rapide an und es entstanden wiederum neue Instrumente, die letztlich auf CDS basierten. Hierzu gehören beispielsweise synthetische CDOs, die spätestens seit der Lehman-Pleite 2008 zu fragwürdiger Berühmtheit gelangt sind.