JPM Global Income So wurde dieser Top-Fondsmanager zum Geld-Schaufler

Michael Schoenhaut: Der Fondsmanager bei J.P. Morgan Asset Management verantwortet zusammen mit Eric Bernbaum den Mischfonds JPM Global Income. | © J.P. Morgan

Michael Schoenhaut: Der Fondsmanager bei J.P. Morgan Asset Management verantwortet zusammen mit Eric Bernbaum den Mischfonds JPM Global Income. Foto: J.P. Morgan

„Man muss sein Geld nicht auf dem Sparbuch liegen haben – es gibt viele Möglichkeiten anzulegen.“ Eine bessere Steilvorlage hätte Mario Draghi den Werbe strategen von J.P. Morgan Asset Management kaum geben können. Deshalb findet sich dieser im April 2016 gesprochene Satz des EZB-Präsidenten in einer aktuellen Präsentation des Top-Sellers JPM Global Income auch an vorderster Stelle wieder.

Schließlich nehmen die beiden Fondsmanager Michael Schoenhaut und Eric Bernbaum Draghi beim Wort: Sie beackern mit ihrem im Dezember 2008 aufgelegten Mischfonds zehn verschiedene Anlageklassen und haben derzeit mehr als 2.000 Einzeltitel von rund 1.500 Ausstellern an Bord.

Ihrem obersten Ziel, den Anlegern regelmäßig Geld aufs Konto zu schaufeln, kommen die JPM-Manager dabei bislang in beeindruckender Art und Weise nach. Wer zum Start des Fonds für 10.000 Euro Anteile gekauft hat, erhielt bis Ende vergangenen Jahres 5.831 Euro an ordentlichen Erträgen ausgezahlt. Inklusive Kursgewinnen von zusammen 3.968 Euro hat sich das Kapital somit annähernd verdoppelt. Bei sofortiger Wiederanlage der Erträge sorgte der Zinseszinseffekt sogar für ein Plus von 113 Prozent.

Einer von 100 Fondsklassikern

Für 2018 peilen Schoenhaut und Bernbaum eine auf Basis der Februar-Zahlen hochgerechnete Gesamtausschüttung von 4,8 Prozent an, die freilich nicht garantiert ist. Doch als Lockmittel funktioniert diese Schätzung im aktuellen Nullzins-Umfeld nach wie vor bestens: Bis Ende Februar flossen dem JPM Global Income netto 1,5 Milliarden Euro zu – mehr als jedem anderen der von DAS INVESTMENT definierten 100 Fondsklassiker. Die 463 Millionen Euro, die bei Redaktionsschluss noch zum Überschreiten der 25-Milliarden-Euro-Marke fehlten, dürften bei Erscheinen dieser Ausgabe längst eingesammelt sein.

Doch wie lange kann der Fonds noch ungebremst in diesem Tempo weiterwachsen? Zum Vergleich: Bei einem anderen Publikumsliebling der vergangenen Jahre, dem ebenfalls weltweit und breit über alle Anlageklassen hinweg streuenden Nordea Stable Return, sahen die Manager bereits bei einem Volumen von 18 Milliarden Euro Kapazitätsengpässe und damit verbunden Probleme, die eingesammelten Gelder optimal am Markt unterzubringen. Seit September 2016 bleiben deshalb neue Interessenten außen vor, zwischenzeitlich durften auch Alt-Anleger nur bis zu einer inzwischen wieder aufgehobenen Obergrenze zukaufen.

Risiko- und Liquiditätsmanagement

Maßnahmen, über die die Verantwortlichen bei J.P. Morgan Asset Management derzeit noch nicht nachdenken. Zwar nehme man die Kapazitätsgrenzen des Fonds „sehr ernst“ und überwache diese fortlaufend, wie Jakob Tanzmeister aus dem Multi-Asset-Team der Gesellschaft mitteilt. Noch seien diese Grenzen jedoch nicht erreicht, und auch das Risiko- und Liquiditätsmanagement funktioniert seinen Worten zufolge unter den gegenwärtigen Bedingungen ohne Probleme.

Zwei weitere Fondsklassiker, die 2018 beim Geldeinsammeln mächtig Gas geben, sind der GAM Star Credit Opportunities (Nettozuflüsse bis Ende Februar: 1,1 Milliarden Euro) und der M&G Optimal Income (737 Millionen Euro). Letzterer liegt mit einem Gesamtvolumen von 26,7 Milliarden Euro sogar noch vor dem JPM Global Income, und auch dort sind Zugangsbeschränkungen derzeit kein Thema.

Massive Rückflüsse der Nettomittel

Mit massiven Netto-Rückflüssen sehen sich dagegen – wie schon 2017 – zwei andere Mega-Fonds konfrontiert. Der Nordea Stable Return verlor bis Ende Februar 570 Millionen Euro, der Carmignac Patrimoine sogar 780 Millionen Euro. Letzterer kann aber endlich einmal wieder auf der Performance-Seite punkten: Während die meisten Misch- und Multi-Asset-Fonds für 2018 (Stichtag: 20. März) leichte Verluste ausweisen, schaffte der Carmignac Patrimoine ein Plus von immerhin 0,4 Prozent.