Jupiter AM Schwellenmärkte bieten 2018 große Chancen

Jupiter-Chefstratege Ross Teverson: In den Schwellenmärkten sprudeln die Unternehmensgewinne.  | © Jupiter

Jupiter-Chefstratege Ross Teverson: In den Schwellenmärkten sprudeln die Unternehmensgewinne. Foto: Jupiter

Trotz der zwei Jahre andauernden Rally sind die Bewertungen von Aktien aus Schwellenländern verglichen mit ihren Pendants aus Industriestaaten nach wie vor angemessen.

Auch das längerfristige Risiko-Rendite-Profil dieser Märkte ist attraktiv. Einige Wachstumstitel im Large-Cap-Segment erscheinen zwar mittlerweile recht teuer, doch auch 2018 lassen sich noch überzeugende Chancen finden. Dies gilt insbesondere für das Small- und Mid-Cap-Universum und die Frontier-Märkte.

Gewinne sprudeln

Anleger mit Fokus auf den Schwellenländern können auf zwei gute Jahre zurückblicken. Seit Anfang 2016 erzielte der MSCI Emerging Markets Index einschließlich Dividenden ein Plus von rund 50 Prozent und übertraf andere bedeutende Indizes. Trotz des starken Ertragswachstums in dem Sektor, das unserer Ansicht nach bis 2018 weitergehen wird, sind die Bewertungen nach wie vor attraktiver als in den Industrieländern und erscheinen auch historisch gesehen angemessen. Wir gehen davon aus, dass dies über einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont starke positive Renditen ermöglichen wird.

Allerdings sind die Bewertungen an der Schwelle zum Jahr 2018 zwar noch angemessen, aber nicht mehr so günstig sind wie zu Beginn des laufenden Jahres. Es ist daher wichtiger denn je, bei der Auswahl von Anlagemöglichkeiten selektiv vorzugehen. Bei einigen größeren Einzelaktien, insbesondere bei solchen, die als hochwertige Wachstumsaktien gelten, sind sehr hohe Erträge bereits eingepreist. 

Beste Chancen bei Nebenwerten

Dies ist einer der Gründe, aus dem die besten Anlagechancen unseres Erachtens im Small- und Mid-Cap-Universum zu finden sind. Der MSCI Emerging Markets Index verzeichnete in den beiden vergangenen Jahren eine starke Wertentwicklung. Der MSCI Emerging Markets Small Cap Index und der MSCI Frontier Market Index blieben jedoch dahinter zurück und stiegen um 48,3 Prozent und 43,7 Prozent. Die aktuellen Bewertungen der Aktien in diesem Marktsegment bieten erheblichen Spielraum für hohe Renditen in den kommenden Jahren.

China überraschte die Anleger dieses Jahr positiv: So erzielte der MSCI China Index ein Plus von 44,5 Prozent (in Pfund Sterling). Zwar halten wir China nach wie vor für einen interessanten Markt, der bei einer selektiven Titelauswahl eine Reihe von strukturellen Wachstumschancen bietet. Die Unternehmensverschuldung im Land ist in den letzten Jahren allerdings stark gestiegen.

Diese Entwicklung wird das Wachstum im nächsten Jahr bremsen, wenngleich es natürlich extrem schwierig ist, das Timing vorherzusagen, wann sich die Schuldenniveaus in China niederschlagen werden.  Unsere Bottom-up-Titelauswahl resultierte in einer deutlich geringeren Gewichtung chinesischer Titel in unseren GEM-Portfolios verglichen mit der Benchmark und den meisten anderen Schwellenländerfonds. Im Gegensatz zur Lage des auf Landesebene schwer verschuldeten Unternehmenssektors umfassen unsere chinesischen Aktienpositionen im Allgemeinen Unternehmen mit starken Bilanzen und in vielen Fällen mit einer Netto-Barmittelposition.

Ein Bereich, dem wir 2018 besondere Aufmerksamkeit widmen werden, sind die Frontier-Märkte. Dort sind die unterstützenden Faktoren, die in den Schwellenländern allgemein zu beobachten sind, wie etwa eine günstige demografische Struktur und eine noch geringe Verbreitung von Krediten, Produkten und Dienstleistungen, in der Regel stärker ausgeprägt und nachhaltiger als in anderen Ländern.

Für attraktiv halten wir mehrere Frontier-Märkte und haben Banken in Nigeria, Kenia und Georgien in unser Portfolio aufgenommen: Es handelt sich jeweils um Institute mit einem soliden Einlagengeschäft und einer hohen Eigenkapitalrendite, die in Bezug auf das Kreditrisiko einen konservativen Ansatz verfolgen. Wir halten diese Unternehmen aufgrund der strukturellen Veränderungen in ihren jeweiligen Märkten für langfristig attraktive Anlagen. Gleichzeitig konzentriert sich unsere Auswahl auf aktionärsorientierte Unternehmen, die nachhaltig hohe Dividenden ausschütten.

Unternehmen besser geführt

Als ich vor 18 Jahren begann, in die Schwellenländer zu investieren, stellten Fragen der Unternehmensführung in vielen Märkten – vorsichtig formuliert – eine Herausforderung dar. Heute weisen viele Unternehmen in den Schwellenländern starke Bilanzen aus und verfügen über genügend Spielraum, um ihre Kapitalbewirtschaftung zu verbessern und die Aktionärsrenditen zu erhöhen. Der Anteil der Schwellenländerunternehmen, die Dividenden ausschütten, ist nun höher als in den Industriestaaten: Unseres Erachtens ist dies der beste Beweis dafür, dass die Unternehmen ihre Aufmerksamkeit nun den Aktionärsrenditen zuwenden. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend in den kommenden Jahren anhalten wird.

Angesichts des anhaltenden Ertragswachstums in den Schwellenländern insgesamt und einer Reihe von stützenden Faktoren für den Sektor spricht weiterhin viel für Anlagen in Aktien aus Schwellenländern oder Frontier-Märkten. Einige Anleger haben aufgrund von politischen Risiken nach wie vor Bedenken. Wir halten jedoch dagegen, dass eine von politischen Ereignissen herbeigeführte Marktschwäche als Anlagechance genutzt werden kann. Dass die politischen Unsicherheiten 2018 deutlich nachlassen werden, erscheint unwahrscheinlich. Bei einer Bottom-up-Analyse der Schwellenländer ermitteln wir jedoch weiterhin eine Reihe von Aktien mit einem überzeugenden langfristigen Renditepotenzial.