Kames Capital-Analyse Sind Aktien inzwischen zu teuer?

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S&P-Anleger verbuchten dieses Jahr bereits eine Rendite von 7 Prozent und der DAX ist schon mehr als 8 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung bereitet vielen Anlegern Kopfzerbrechen. Lohnen sich Investitionen bei diesem hohen Preisniveau überhaupt noch? Und steht eine Korrektur unmittelbar bevor?

Der bloße Blick auf die Bewertungen zeigt, dass Anleger mehr bezahlen müssen als vor einigen Jahren. 2012 mussten sie im Aktienindex S&P 500 nur 15 US-Dollar für jeden US-Dollar Unternehmensgewinn auf den Tisch legen. Heute hat sich der Preis auf 22 Dollar erhöht.

Teilweise gehen die höheren Bewertungen auf die Erwartung einer Beschleunigung des weltweiten Wachstums und einer Senkung der US-Steuersätze zurück. Aber das ist nicht der einzige Grund. Denn selbst für Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe kaum wachsen und nicht wesentlich von niedrigeren US-Steuern profitieren, müssen Anleger mehr bezahlen.

Aktienkurse deutlich im Aufwind

Beim US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble oder Nestlé hat sich beispielsweise der Gewinn je Aktie in den vergangenen fünf Jahren kaum verändert. 2012 notierten die Aktienkurse dieser Unternehmen jedoch rund 30 Prozent niedriger. Folglich haben die Investment-Titel verteuert. Aber sind sie nun zu teuer?

Wir von Kames Capital denken nicht, dass das der Fall ist. Denn: Die Aktiengewinne dürften schneller steigen als die Inflation. Die aktuellen Bewertungen reichen immer noch aus, um das zusätzliche Risiko für Investoren mit langfristigem Anlagehorizont auszugleichen. Daher halten wir ganz bewusst einen Teil des Vermögens des Kames Global Diversified Income Fund in Aktien.

Hohe Bewertungen machen Aktien jedoch sehr anfällig für gesamtwirtschaftliche Eintrübungen oder Gewinnenttäuschungen. Gleichzeitig ist das Aufwärtspotenzial begrenzt. Aus diesem Grund stellen wir sicher, dass wir von einem möglichen Ausverkauf profitieren können, indem wir einen Teil des Fondsvermögens in liquiden, wenig riskanten Assets halten. Schließlich gibt es nach wie vor zahlreiche politische und wirtschaftliche Risiken.

Erfolg fußt auf sorgfältiger Sektoren- und Länderauswahl

Außerdem legen wir großen Wert auf die Auswahl spezieller Sektoren, Länder und Wertpapiere. Aktuell bevorzugen wir Aktien, die weniger stark von den allgemeinen Wachstumserwartungen abhängen. So haben wir beispielsweise unsere Allokation zugunsten börsennotierter Immobiliengesellschaften nach Donald Trumps Wahlsieg ausgeweitet. Sie haben einen Kursrutsch erlebt, da Anleger stark steigende Zinsen erwarteten, die sich negativ auf die Immobilienpreise auswirken würden.

Dennoch war der Ausverkauf zum Teil übertrieben, weil die Anleger unserer Auffassung nach zu hohe Erwartungen an Trumps Politik haben. Langsam wird die Realität sichtbar, und die Kurse der Immobilienunternehmen gehen wieder nach oben. Wir sind zuversichtlich, dass unsere flexible Strategie dank der dynamischen Anpassung von Positionen geeignet ist, um in Zukunft solide Erträge zu generieren.