Kames Capital Marktausblick Ist ein Engagement in europäische Banken ratsam?

Händler an der Frankfurter Börse, Deutschland. Bei Bankaktien sind die Voraussetzungen für einen Anstieg der Performance in den kommenden Monaten vorhanden. | © Getty Images

Händler an der Frankfurter Börse, Deutschland. Bei Bankaktien sind die Voraussetzungen für einen Anstieg der Performance in den kommenden Monaten vorhanden. Foto: Getty Images

Zweifellos spricht derzeit einiges gegen das Halten europäischer Bankaktien in unseren Multi-Asset-Portfolios. Dazu zählen unter anderem folgende Umstände:

•    Niedrige Zinsen, unaufhaltsam sinkende Anleiherenditen und flachere Renditekurven, die (bis vor Kurzem) allesamt die Nettozinsmargen nach unten gedrückt haben

•    Unverändert schwaches Kreditwachstum

•    Verschärfte Regulierungsvorschriften, die Banken zwingen, mehr Eigenkapital zu halten und

•    hohe Geldbußen für zahlreiche Institute wegen fragwürdiger Finanzgeschäfte. Sie schwächen die Kapitalbasis und kosten Vertrauen.
Zum Teil sind diese Faktoren in den Kursen von Bankaktien bereits eingepreist. Nachfolgende Grafik zeigt das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis von Banken aus der Eurozone im Vergleich zum Gesamtmarkt. Beide liegen nur unweit ihrer Mehrjahrestiefs.

Besonders zyklische Segmente und Value-Bereiche des Marktes wie Energietitel und der Rohstoff- und Grundstoffsektor haben sich von Jahren der Underperformance erholt und entwickeln sich seit Anfang 2016 wieder überdurchschnittlich.

Bankaktien nahmen trotz ihres zyklischen Charakters und ihres Status als Substanzwerte nicht an der Rally teil. Stattdessen setzte sie ihre Abwärtsbewegung bis Mitte des Sommers fort, um sich danach teilweise zu erholen. Gleichwohl halten sie nach wie vor nicht mit den meisten anderen zyklischen Sektoren Schritt.

Wird sich dieser Trend fortsetzen? Nach unserer Auffassung gibt es gute Gründe für eine optimistische Einschätzung.

Der jüngste Anstieg der Anleiherenditen weltweit und die steileren Renditekurven werden den Abwärtsdruck auf die Nettozinsmargen von Banken etwas verringern. Zudem belebt sich die Kreditvergabe in Europa, wenngleich ausgehend von historisch niedrigem Niveau.

Der Bankensektor steht weiterhin vor zahlreichen Herausforderungen. Aber die Voraussetzungen für eine Verbesserung der Performance in den kommenden Monaten sind inzwischen vorhanden. Im Oktober eröffneten wir in unseren diversifizierten Wachstumsfonds eine neue Aktienposition auf europäische Banken, die wir seitdem aufgestockt haben.