Kames Capital über hypothekarisch besicherte Wertpapiere „Toxische Zeiten sind vorbei“

Wolkenkratzer in New York: Abgesehen von privaten Baukrediten sind nach der Finanzkrise viele Anlagechancen im Bereich gewerblicher Darlehen entstanden | © Pixabay

Wolkenkratzer in New York: Abgesehen von privaten Baukrediten sind nach der Finanzkrise viele Anlagechancen im Bereich gewerblicher Darlehen entstanden Foto: Pixabay

Vielen Investoren treibt der bloße Gedanke an hypothekarisch besicherte Wertpapiere aus den USA, sogenannte Mortgage Backed Securities (MBS), Schweiß auf die Stirn.  Kein Wunder: In der letzten Finanzkrise im Jahr 2008 sorgten die Wertpapiere für herbe Verluste.

Probleme verursachten vor allem sogenannte Residential Mortgage Backed Securities (RMBS), denen Hypothekendarlehen für Wohnimmobilien zugrunde lagen. Die Kredite wurden vor der Krise in großem Stil an zweitklassige Schuldner mit geringer Bonität vergeben – und zwar ohne staatliche Garantien. Als die zweitklassigen Darlehensnehmer dann ausfielen traf dies letztlich die Halter der Wertpapiere.

Eine Kombination aus lockerer Kreditvergabe durch Banken und falscher Einschätzung der Risiken durch Rating-Agenturen sowie Betrug bescherte zweitklassigen Wertpapieren einen Boom und sorgte dafür, dass sie maßgeblich zur Finanzkrise beitrugen.

Neue Regeln, neues Spiel

Seitdem hat sich die Regulierungslandschaft grundlegend verändert. Vor allem die Bedingungen für die Kreditvergabe wurden verschärft.  Aufgrund der Finanzkrise und der Ausfallwelle bei zweitklassigen Hypothekenkrediten wurden zahlreiche minderwertige Kredite aus dem System entfernt.

Übrig blieben Pools erstklassiger Darlehen, die sich solide entwickeln und inzwischen das Gros der durch private Wohnimmobilien besicherten RMBS ausmachen. Sie profitierten von der anschließenden Erholung der Häuserpreise in den USA.

Neben Investments in die genannten, durch private Wohnimmobilien besicherten RMBS-Wertpapiere, steht Anlegern ein breites Spektrum anderer MBS-Anlagen zur Verfügung.

Besicherte MBS: Eine Alternative mit weniger Risiko

Bei vergleichsweise geringer Risikobereitschaft sind besicherte MBS eine Alternative, die allerdings mit einer entsprechend niedrigeren Rendite verbunden sind. Diese ist jedoch höher als bei US-Staatsanleihen. Experten schätzen das Risiko von US-Staatsanleihen und besicherten MBS gleich ein.

Abgesehen von privaten Wohnbaukrediten sind nach der Finanzkrise zudem zahlreiche Anlageoptionen im Bereich gewerblicher Kredite entstanden. Diese Darlehen haben in der Regel einen niedrigen bis mittleren Beleihungswert und sind häufig variabel verzinst. Daher sind sie im aktuellen Umfeld steigender Zinsen eine attraktive Anlagechance.

Generell gilt bei hypothekarisch besicherten Wertpapiere wie bei allen Investitionen: Aktive Verwaltung ist der Schlüssel zum Erfolg.