Kames Capital zur Fusion von Siemens und Alstom „Der Schieneninfrastruktur-Markt kommt in Bewegung“

Siemens-Geschäftsführer Joe Kaeser (l.) und Alstom-Boss Henri Poupart-Lafarge planen den Zusammenschluss ihrer Zugsparten. | © Getty Images

Siemens-Geschäftsführer Joe Kaeser (l.) und Alstom-Boss Henri Poupart-Lafarge planen den Zusammenschluss ihrer Zugsparten. Foto: Getty Images

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Investoren können sich auf viele verschiedene Arten im Schieneninfrastruktur-Markt engagieren. Der Anleihekauf von Bausatzherstellern wie Alstom, Siemens und Bombardier bietet sich an. Das Investment-Spektrum erstreckt sich jedoch auch auf nationale Bahngesellschaften wie die Deutsche Bahn, Großbritanniens Network Rail Infrastructure und Frankreichs SNCF Réseau.

Darüber hinaus kommen Rollmaterialgesellschaften wie Great Rolling Stock, Angel Trains und Porterbrook als Investitionsziele infrage. Die Firmen erwerben Züge und Waggons und vermieten diese. Gesellschaften wie First Group und Stagecoach betreiben die Waggons. All diese Unternehmen sind von der Wettbewerbsdynamik, die im Moment durch die angekündigte Zusammenlegung der Bahn-Sparten von Siemens und Alstom entsteht, betroffen.

Mit der Fusion von der Zugsparte von Siemens mit dem französischen Alstom-Konzern entsteht ein neuer europäischer Champion für Mobilitätslösungen. Der Rahmenvertrag muss von den zuständigen Aufsichtsbehörden und Aktionären zwar noch genehmigt werden, das Unternehmen dürfte jedoch durch die Skaleneffekte für den zunehmenden Wettbewerb durch Chinas Schienenhersteller CRRC gut positioniert sein.

Umsatzzahlen: Chinas Champion CRRC schlägt Siemens und Alstom

CRRC hat sich zuletzt verstärkt um Märkte außerhalb Chinas bemüht und bereits Projekte in Großbritannien und der Tschechischen Republik gesichert. Experten vermuten, dass sich das Unternehmen auch um die neue britische Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke HS2 bewerben wird. Der Jahresumsatz von CRRC ist aktuell noch größer als der von Siemens und Alstom zusammen.

Größter Verlierer der Fusion der Siemens-Zugsparte und Alstom wäre Bombardier – ein kanadischer Hersteller mit großer europäischer Sparte. Die Firma bleibt künftig voraussichtlich ein kleinerer Wettbewerber in Europa.

Der Zusammenschluss von Siemens und Alstom könnte auch Auswirkungen auf andere Schienenanbieter wie Stadler Rail (Schweiz), CAF (Spanien) und Hitachi (Japan) haben und weitere Konsolidierungsgespräche anregen. Hitachi hat kürzlich mit dem Kauf des italienischen Unternehmens AnsaldoBreda das europäische Geschäft ausgebaut.