Kames Global Equity Income Fund „Wir wollen eine um 40 Prozent höhere Dividendenrendite liefern als der Index“

Mark Peden, Portfolio Manager des Kames Global Equity Income Fund

Mark Peden, Portfolio Manager des Kames Global Equity Income Fund

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Wie ist der Fonds ins Jahr gestartet?

Mark Peden: Ich bin schon fast 25 Jahre im Geschäft. Die ersten Wochen in diesem Jahr waren mit die schwersten an den globalen Aktienmärkten, an die ich mich erinnere. Die hohe Volatilität hat alle Marktteilnehmer vor große Herausforderungen gestellt. Der Fonds ist aber stark ins Jahr gestartet. Zwar musste auch er im Januar und Februar Verluste verkraften, er hat den MSCI AC World Index aber um 1,7 Prozentpunkte outperformt. Schon das halbe Jahr davor, seit Juli 2015 hat der Fonds den Index Monat für Monat geschlagen.

Woher kam die Outperformance, durch die Marktbedingungen oder durch Ihre spezielle Strategie?

Peden: Es war ein bisschen von beidem. Der Markt war besorgt wegen der Rohstoffpreise, der Entwicklung in China und wegen der US-Wirtschaft. Defensive Aktien mit niedrigem Beta waren in dieser unsicheren Phase besonders gefragt. Das kommt Aktien-Income-Strategien allgemein entgegen. Aber auch im Vergleich zu unseren Wettbewerbern hatten wir ein sehr starkes Jahr 2015. Den Index haben wir mit mehr als 700 Basispunkten geschlagen und den Peer-Group-Durchschnitt sogar mit 900 Basispunkten. Unser Erfolgsrezept war die Aktienauswahl. Ein Schlüsselfaktor für uns ist es, die Verlustseite des Portfolios zu begrenzen. Wir hatten so gut wie keine Titel, die das Portfolio stark belastet haben.

Wie würden Sie die Investment-Story des Fonds beschreiben?

Peden: Der Fonds verfolgt eine Dividendenstrategie. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht die Maximierung, sondern die Optimierung der Dividendenrendite. Ab einer Dividendenrendite von 6 Prozent und mehr werden wir skeptisch, ob diese auch wirklich nachhaltig ist und überhaupt gezahlt wird. Wir investieren daher gar nicht am oberen Ende der Renditeleiter, sondern fokussieren uns auf Unternehmen, bei denen wir eine nachhaltige Dividende erwarten, die in Zukunft auch gesteigert werden kann. Unser Ziel ist eine Dividendenrendite im Portfolio, die rund 140 Prozent der durchschnittlichen Dividendenrendite im MSCI AC World entspricht.

Wie läuft der Investmentprozess ab?

Peden: Zunächst lassen wir jeden Monat alle rund 4.500 Aktien aus dem MSCI AC World Index durch unser eigens für die Strategie entwickeltes Screening-Modell durchlaufen. Wir überprüfen die Aktien auf sechs Faktoren, darunter die Dividendenrendite, die Zahlbarkeit und die Nachhaltigkeit der Dividende. So filtern wir etwa 90 Prozent des Markts heraus. 400 bis 500 Unternehmen bleiben übrig. Das ist unser Opportunity-Set. Diese Aktien analysieren wir dann en detail zusammen mit dem 26-köpfigen Kames-Aktien-Team und wählen die besten 10 Prozent aus. Diese 40 bis 50 Aktien landen dann im Portfolio.

Investieren Sie in eine bestimmte Art von Unternehmen?

Peden: Wir sind vor allem auf der Suche nach Aktien aus drei Kategorien. Die wichtigste Gruppe nennen wir die „Compounders“. Diese Unternehmen sind das Rückgrat der meisten Aktien-Income-Strategien, und sie machen auch in unserem Fonds mindestens 50 Prozent aus. Sie sorgen für eine geringere Volatilität und ein niedriges Beta. Es handelt sich dabei um Unternehmen mit gut abschätzbaren Geschäftsmodellen, die kaum vom Wirtschaftszyklus abhängen und die ihre Dividende von Jahr zu Jahr steigern. Sie sind vor allem in den Sektoren Gesundheit und Basiskonsum zu finden. Johnson & Johnson etwa zahlt seit über 50 Jahren jedes Jahr eine höhere Dividende als im Vorjahr. Der amerikanische Rüstungs- und Raumfahrtkonzern Lockheed Martin hat seine Dividende über die vergangenen 15 Jahre sehr aggressiv erhöht, sie ist im Schnitt pro Jahr um 14 Prozent gestiegen.

Und welches sind die anderen beiden Gruppen?

Peden: „Hoarders“ und „De-Equitisers“ setzen wir mehr taktisch ein. Die „Hoarders“ sind Unternehmen, die unserer Ansicht nach so starke Bilanzen haben, dass sie den Markt mit unerwartet hohen Dividendenzahlungen überraschen können. Sie „hamstern“ sozusagen Cash. Vor allem Finanzunternehmen sind in dieser Gruppe zu finden. Ein Beispiel ist Allianz. Ende 2014 hat der Versicherer eine deutlich verbesserte Dividendenpolitik angekündigt. Oder die Hang Sang Bank aus Hongkong, die vergangenes Jahr ihre Minderheitsbeteiligung an der chinesischen Industrial Bank verkauft hat. Vor zwei Wochen wurde dann eine Sonderdividende angekündigt.

Was sind „De-Equitisers“?

Peden: Diese Unternehmen nutzen die niedrigen Zinsen, um sich auf dem Bond-Markt günstig zu finanzieren. Im Gegenzug senken sie die teurere Finanzierung über Aktien durch Rückkäufe. So sinkt die Zahl der Aktien, was den restlichen Aktionären zu Gute kommt. Viele amerikanische Firmen kaufen ihre Aktien zurück. Ein Beispiel ist das IT-Unternehmen Cicso, das erst im Februar ein 15-Milliarden-Dollar schweres Rückkaufprogramm verkündet hat. Zudem hat Cisco die Dividende um 24 Prozent erhöht.

Was hebt Ihren Fonds von Wettbewerbern ab?

Peden: Wir streben 40 Prozent höhere Dividendenerträge an, als der MSCI AC World liefert, und wir wollen den Index langfristig schlagen. Zweitens verfügen wir über eine bewährte Stockpicking-Expertise, diese umfasst unser hauseigenes quantitatives Screening-Modell und die fundamentale Analyse für die letztliche Auswahl. Drittens sind wir tatsächlich global aufgestellt. Viele globale Dividendenstrategien haben einen Fokus auf dividendenstarke Regionen wie Europa. Unser Fonds ist breit über viele Länder inklusive Emerging Markets gestreut. Und viertens haben wir gezeigt, dass wir langfristig eine sehr gute risiko-adjustierte Performance erzielen können, nicht nur im Vergleich zur Benchmark, sondern vor allem im Vergleich zu anderen globalen Aktien-Income-Fonds.