Kames Capital „Aus der schleppenden US-Zinspolitik ergeben sich Anlagechancen“

Die britische Königin Elizabeth II bei der Eröffnung der Queensferry-Brücke in Schottland Anfang September: Kames Capital verwaltet Kundengelder in Höhe von 55,5 Milliarden Euro. | © Getty Images

Die britische Königin Elizabeth II bei der Eröffnung der Queensferry-Brücke in Schottland Anfang September: Kames Capital verwaltet Kundengelder in Höhe von 55,5 Milliarden Euro. Foto: Getty Images

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Herr Hull, Sie leiten nun zusammen mit Stephen Snowden das Fixed Income Segment von Kames Capital. Wie wird sich diese neue Doppelspitze auf die Strategie von Kames Capital auswirken? Wie sieht der strategische Plan aus? Gibt es in dieser Hinsicht Neues?

Adrian Hull: Meine Antwort auf die erste Frage ist ziemlich langweilig, denn im Großen und Ganzen bleibt alles beim Alten. Stephen Snowden und ich haben eine sehr ähnliche und klare Vision von unserem Geschäft. Wir werden an unserem aktiven Ansatz bei der Verwaltung von Festzinsinvestments bleiben. In allen Marktlagen gibt es Chancen. Unser zentrales Anliegen besteht nach wie vor darin, für unsere Mandaten eine Outperformance zu erreichen.

Deshalb gibt es in unserem Bereich keinen Strategiewechsel, und wir bleiben auf dem von David Roberts eingeschlagenen Kurs. Wir haben zwar Strategien identifiziert, die unsere aktuellen Ansätze möglicherweise ergänzen können. Zunächst wollen wir uns aber darauf konzentrieren, 2017 ein solides Ergebnis zu sichern.

Wie wird die Zusammenarbeit zwischen dem Führungsduo aussehen?

Hull: Stephen und ich arbeiten seit über 15 Jahren im Festzinsbereich zusammen. Begonnen habe ich meine berufliche Laufbahn im Wertpapierhandel und Vertrieb bei der Deutschen Bank. Stephen blickt auf zwanzig Jahre Erfahrung in der Portfolioverwaltung zurück und kann daher sicherstellen, dass die Portfolios richtig positioniert sind. Und ich kümmere mich mit meiner Markterfahrung um „alles Weitere“, um unsere Ziele zu verwirklichen. Wir haben über Zuständigkeitsbereiche gesprochen und diese abgesteckt.

Vor allem aber soll sich die Arbeitsbelastung für Stephen dabei nicht wesentlich verändern. Uns ist klargeworden, dass eine Person allein damit überfordert ist, eine gute Portfolio-Performance zu erzielen, Risiken zu steuern, und die Bereiche Regulierung und Compliance für unser Team abzudecken. Deshalb haben wir uns für eine Doppelspitze entschieden.

Wie wird Kames sich im Festzinsbereich künftig positionieren?

Hull: Die aktive Verwaltung wird für uns weiterhin im Vordergrund stehen. Wir werden unserer Philosophie entsprechend auch weiter Marktanomalien ausnutzen. Denn das ist charakteristisch für unsere Struktur und unser Wesen. Daneben werden wir die Kapazitäten innerhalb unserer Fonds gezielt steuern, damit sich unsere Fähigkeit, Anlageziele zu erreichen, nicht verwässert. Diese Kernphilosophien passen für den gesamten Zyklus und nicht nur für spezielle Zeitpunkte oder Phasen.