Kapilendo-Chef über Maklertool „Beim Direct Lending ist das Zinsniveau noch nicht durch die EZB-Niedrigzinspolitik verzerrt“

Kapilendo-Chef Christopher Grätz | © Kapilendo

Kapilendo-Chef Christopher Grätz Foto: Kapilendo

DAS INVESTMENT: Welche Vorteile hat Direct Lending gegenüber klassischen Anlagen wie Aktien, Anleihen, Fonds & Co.

Christopher Grätz: Das Direct Lending eröffnet Anlegern die Möglichkeit in das Kreditgeschäft der Banken vorzudringen und attraktive Renditen mit der Finanzierung mittelständischer Unternehmen zu erwirtschaften. Der Anleger kann über Plattformen wie kapilendo direkt auswählen, welchem Unternehmen er zu welchem Zweck sein Geld zur Verfügung stellt. Fonds oder strukturierte Finanzprodukte sind beim Direct Lending nicht notwendig. Dabei steht dem Anleger die Breite des Mittelstands – dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft – als Anlageuniversum zu Verfügung, während sich im Segment der sogenannten Mittelstandsanleihen oftmals Unternehmen mit klangvollen Namen finden, die aber nicht zuletzt mit ihrer Ausfallrate nicht repräsentativ für den deutschen Mittelstand sind. Hinzukommt das beim Direct Lending über Plattformen wie kapilendo jedes Unternehmen einem Bonitätsprüfungsprozess unterzogen wird und ein Rating erhält, bevor es den Anlegern zum Investment angeboten wird. Dies ist bei Anleihen häufig nicht der Fall. Mit einer durchschnittlichen Verzinsung von ca. 5 Prozent p.a. bei einer durchschnittlichen Laufzeit von ca. 3 Jahren bietet ein Direct-Lending-Portfolio zudem ein extrem attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis. Mit anderen Worten: Im Bereich des Direct Lending ist das Zinsniveau noch nicht durch die Niedrigzinspolitik der EZB verzerrt.

Es gibt derzeit Überlegungen, klassischen Offline- und den innovativen Online-Vertrieb zu kombinieren. Wie könnte das aussehen?

Grätz: Der regulatorische Druck auf den klassischen Offline-Finanzvertrieb ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Der damit verbundene Dokumentationsaufwand sowie die Kosten und Risiken stellen den Offline-Vertrieb häufig vor Probleme. Durch die Kooperation mit digitalen Anbietern wie kapilendo bieten sich dem klassischen Finanzvertrieb dringend benötigte neue Möglichkeiten. Die regulatorisch geprüften und vollständig digitalisierten Vertriebswege der Plattformen ermöglichen es dem Finanzmakler als reiner Tippgeber aufzutreten und dabei trotzdem auf Basis von Abschluss- und Folgeprovisionen zu profitieren. Die regulatorischen Anforderungen erfüllen dabei die mit einer Erlaubnis zur Vermittlung (zum Beispiel nach § 34c/f GewO) ausgestatteten Plattformen auf Basis ihrer digitalen Prozesse.