Kapitalanlage unter Solvency II So wollen die Versicherer ihr Kapital künftig verteilen

Europaparlament in Brüssel: Hier wurde Solvency II beschlossen. Foto: Getty Images

Europaparlament in Brüssel: Hier wurde Solvency II beschlossen. Foto: Getty Images

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71 Prozent der deutschen Versicherer planen zum Jahresbeginn – und somit zum Start der europäischen Stabilitätsrichtlinie Solvency II – ihr Kapital stärker über verschiedene Anlageklassen, Länder, Märkte und Währungen zu streuen. Das Ziel: Das Risiko besser verteilen. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage von Axa Investment Managers.

Zum Vergleich: Eine Vorgängerstudie aus dem Jahr 2012 ergab, dass lediglich 62 Prozent der Befragten bereit waren, vielfältiger anzulegen.

Weiteres Ergebnis: Neben der breiteren Streuung ihrer Anlagen wollen 63 Prozent der Versicherer  generell das Risiko ihres Portfolios senken und Durationslücken schließen. Das gilt vor allem für die Lebensversicherungsbranche. Dort sind es gar 79 Prozent der Unternehmen, die dieses Ziel verfolgen.

Passive Anlagen und Derivate sind hingegen den meisten Versicherern zu risikoreich. Lediglich 22 beziehungsweise 31 Prozent sind für diese Anlageklassen offen. Doch die Autoren der Axa-Studie warnen: „Versicherer sollten aufpassen, dass sie damit nicht leichtfertig eine Chance vergeben. Denn gerade Derivate-Overlays ermöglichen auch unter Solvency II den kapitalschonenden Einsatz riskanter Anlagen wie Aktien.“

Allerdings, so heißt es in der Studie weiter, werden auch unter Solvency II risikoreichere Anlageklassen nicht beliebter. Denn 52 Prozent der Befragten gaben an, ab kommendem Jahr noch weniger Geld in Aktien investieren zu wollen. Zudem, ihren Aktienanteil gar erhöhen, das kommt lediglich für 12 Prozent der Studienteilnehmer in Frage.