Kein Geld für Diktatoren Wie nachhaltige Rentenfonds sauber bleiben

Eine Frau blickt durch den Stacheldraht eines Flüchtlingslagers in Bunia, Kongo: Das Land belegt in einer Liste nachhaltiger und freier Länder den letzten Platz. Obwohl es reich an Rohstoffen ist, steigt in der Bevölkerung der Wohlstand kaum oder gar nicht. | © Getty Images

Eine Frau blickt durch den Stacheldraht eines Flüchtlingslagers in Bunia, Kongo: Das Land belegt in einer Liste nachhaltiger und freier Länder den letzten Platz. Obwohl es reich an Rohstoffen ist, steigt in der Bevölkerung der Wohlstand kaum oder gar nicht. Foto: Getty Images

Ein wichtiger Unterschied zwischen Aktien- und Rentenfonds ist: Für einen erfolgreichen Rentenfonds braucht man kein Wachstum. Es reicht oft aus, wenn die Wirtschaft stabil ist, sodass die Schuldner ihre Anleihen bedienen können. Das verschafft Rentenfonds einen Vorteil, bei denen Umwelt- und Sozialkriterien sowie Grundsätze für gute Unternehmensführung gelten (Environment, Social, Governance: ESG). Denn bei ESG-Aktienfonds müssen die Manager solche Wachstumsbranchen wie Waffen, Tabak, Embryonalforschung und Gentechnik verschmerzen. Für Rentenfondsmanager ist eine anständige Rendite aus Zinskupons und einigen Kursgewinnen auch ohne sündige Wachstumsstars erreichbar.

Trotzdem ist das Angebot an nachhaltigen Rentenfonds in Deutschland deutlich kleiner als an Aktienfonds. Die Webseite www.nachhaltiges-investment.org führt lediglich 90 saubere Zinsprodukte, aber 201 entsprechende Aktienfonds. Wenn man drei Jahre Wertentwicklung verlangt, bleiben weitere Fonds auf der Strecke. Die Tabelle am Ende der Geschichte enthält somit die drei einzigen nachhaltigen Rentenfonds für Schwellenländer und zwei Hochzinsfonds. Immerhin tut sich generell was. Erst kürzlich kam Berenberg Asset Management mit dem Berenberg Sustainable EM Bonds (ISIN: LU01725429309) auf den Markt. Und die Hamburger Anleihespezialisten von Nordix legten 2017 den nachhaltigen Treasury Plus (DE000A2DKRH6) auf, in dem sie alle Schuldner auf ESG abklopfen (Video-Interview mit Portfoliomanager). Nur zwei Beispiele für das wachsende Angebot.

Mittlerweile fast schon ein alter Bekannter ist die generell nachhaltig investierende belgische Gesellschaft Degroof Petercam mit ihrem Schwellenländerfonds DPAM Bonds Emerging Markets Sustainable. Er enthält vorrangig Staatsanleihen, entweder in Landes- oder in Hartwährung. Grundlage ist ein Filter, der einschätzt, wie es um die fünf Themen Transparenz und Demokratie, Gesundheit und Vermögensverteilung, Bildung, Wirtschaft und Umwelt bestellt ist. „Die fünf Säulen der Nachhaltigkeit“, nennt Fondsmanager Thierry Larose diese Gebiete. Länder wie die Türkei, die etwa die Pressefreiheit mit Füßen treten, sind damit außen vor. Die aktuellen Tops und Flops zeigt die folgende Tabelle.

Etwas besser schneidet auf Sicht von drei Jahren der in Österreich aufgelegte Erste Responsible Bond Emerging Corporate ab. Er ist aber auch anders aufgestellt, denn er enthält ESG-konforme Unternehmensanleihen und sichert Fremdwährungsrisiken ab. Aus dem Rennen sind von vornherein unter anderem Kinderarbeit, Gentechnik, Waffen, Ausbeutung, Atomkraftwerke und so weiter. Anschließend greifen in der Schuldneranalyse ESG-Kriterien.