Kein Kapitalverlust Stabiler Rentenfonds made in Hamburg

Thomas Lange in seinem Hamburger Büro vor einem Bild der Skyline von Dubai

Thomas Lange in seinem Hamburger Büro vor einem Bild der Skyline von Dubai

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Mit 9,1 Prozent über die vergangenen drei Jahre hat Thomas Lange sein Ziel mehr als erreicht (Stand: 1. Dezember 2014): Aufs Jahr gerechnet ergibt das eine Rendite von 3 Prozent für den Gründer und Geschäftsführer des Hamburger Vermögensverwalters Lange Assets & Consulting, weit mehr als die angestrebten 150 Basispunkte über dem Interbankenzins Eonia. Dank des ultraniedrigen Leitzinses liegt der Eonia schon lange nahe null, sodass die jährliche Rendite von Langes Benchmark über drei Jahre gerade bei 1,8 Prozent liegt.

Trotz des klaren Übertreffens der angestrebten Rendite erreicht der Assets Defensive Opportunities UI auch sein zweites Ziel: die Schwankungen auf ein Minimum zu begrenzen. Seit Auflegung des Fonds Ende Mai 2011 liegt die Volatilität bei gerade 1,1 Prozent und damit ebenfalls klar über dem Ziel von unter 2 Prozent; der maximale Verlust seit Auflage betrug 1,4 Prozent und war nach 69 Tagen wieder aufgeholt.

Kapitalverlust sicher vermeiden

„Der Fonds ist für Anleger konzipiert, die eine attraktive Alternative zur Anlage des mittelfristigen Bodensatzes ihrer Liquidität suchen und den derzeit mit Tagesgeldanlagen unvermeidlichen realen Kapitalverlust verhindern wollen“, erklärt Lange. Trotz der täglichen Handelbarkeit sei der Assets Defensive Opportunies freilich eher Alternative als Ersatz für einen Geldmarktfonds: „Über mindestens sechs Monate Horizont sollten die Anleger schon verfügen.“

Konzipiert ist der Fonds als geldmarktorientierter Mischfonds mit einem Absolute-Return-Ansatz. Lange investiert dafür in kurzlaufende Anleihen mit maximal etwa 1,5 Jahren Restlaufzeit. Der Fokus liegt dabei auf Papieren mit Investment-Grade-Rating von Industrieunternehmen sowie auf Titeln von Finanzunternehmen, die allerdings im Vergleich zum Gesamtmarkt zurückhaltend gewichtet werden.

Dabei geht der Vermögensverwalter sehr selektiv vor: „Wir betreiben aktives Bond-Picking, keine statische Anlageverwaltung“, kommentiert Lange. Für einen Rentenfonds, zumal einen defensiven, fällt die Gewichtung einzelner Anleihen dabei vergleichsweise hoch aus: Die zehn größten Einzelpositionen kommen zusammen auf 43 Prozent des Portfolios.

Chancen kurzfristig nutzen

Besonderes Interesse hat Lange dabei an Sondersituationen, wie das „Opportunities“ im Fondsnamen bereits nahelegt. „Das Geheimnis des Erfolgs liegt darin, für die Gelegenheit bereit zu sein, wenn sie kommt“, ist für Lange das Zitat, dass die Investmentphilosophie seines Hauses passend umschreibt.

Gern nutzt er kurzfristige Chancen, die sich an den Märkten bieten, wenn etwa die Risikoscheu der Anleger die Risikoprämien in die Höhe treibt wie im Herbst 2014. „Zu Beginn des dritten Quartals 2014 wurde dagegen für Risiko ein zu niedriger Preis gezahlt. Daher haben wir das Risiko durch eine Senkung der Duration reduziert“, erklärt Lange.

Die Durationssteuerung ist neben der Einzeltitelauswahl ein wesentliches Werkzeug für den Fondsmanager. Auch das setzt er aber nicht isoliert ein. So investiert er gern in Anleihen, die ein Sonderkündigungsrecht des Emittenten beinhalten, wenn die Kombination aus Rendite und aktuell gehandelten Risikoaufschlägen es wahrscheinlich macht, dass das Kündigungsrecht tatsächlich ausgeübt wird. Auf diese Weise lassen sich attraktive Zusatzerträge erwirtschaften; gleichzeitig vermeidet Lange so ein sonst gern übersehenes Risiko: „Was uns ganz deutlich von anderen Managern unterscheidet, ist der parallele Fokus auf Zinsänderungs- und Bonitätsänderungsrisiken“, erklärt er.