Ken Kinsey-Quick über die Hedgefonds-Branche: „Es ist wie bei der Titanic“

Ken Kinsey-Quick

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DAS INVESTMENT.com: Das Jahr eins nach der Finanzkrise ist vorbei. Was brachte es für die Hedgefonds-Branche?

Ken Kinsey-Quick: Eine Revolution. Die Hedgefonds-Anbieter haben die Transparenz und die Liquidität ihrer Produkte radikal verbessert. Damit öffneten sie die Branche, die einige Jahre zuvor ausschließlich institutionellen Investoren vorbehalten war, nach und nach für Privatanleger. Es wurden viele Absolute-Return-Fonds im Ucits-III-Mantel aufgelegt. Das Tolle an den neuen Produkten: De-ren Manager konnten ihre Kompetenz und ihre Strategie bereits bei der Verwaltung der für institutionelle Investoren konzipierten Fonds unter Beweis stellen.

Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe von DAS INVESTMENT (April 2010).

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DAS INVESTMENT.com: Transparenz hin oder her – manche Hedgefonds-Strategien sind selbst für professionelle Anleger nicht einfach zu begreifen. Wie sollen dann die Privatanleger diese Produkte verstehen?

Kinsey-Quick: Ja, die Produkte sind komplex. Auch manche institutionelle Investoren blicken da nicht ganz durch. Sie verstehen aber das Konzept: unabhängig von der Marktentwicklung Geld zu verdienen. Das reicht ihnen. Warum sollte es also bei Privatanlegern anders sein?

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DAS INVESTMENT.com: Weil sie weitere Argumente brauchen.

Kinsey-Quick: Hedgefonds sind langfristig ein viel besseres Investment als klassische Aktienfonds. Sie schwanken weniger und schneiden daher langfristig deutlich besser ab. Das zeigt zum Beispiel der Vergleich zwischen dem Hedgefonds-Index Credit Suisse Tremont und dem Aktienindex MSCI Welt.

DAS INVESTMENT.com: Bleibt das auch im laufenden Jahr so?

Kinsey-Quick: 2010 wird das Jahr des Alphas. Die hohe Volatilität auf den Märkten bietet ideale Voraussetzungen für erfahrene Stockpicker. Trotzdem sind viele Investoren, die im Zuge der Finanzkrise Geld verloren haben, derzeit noch vorsichtig. Die aktuelle Entwicklung ist am ehesten mit dem Aufschwung vom Jahr 2004 vergleichbar. Auch damals war die Skepsis groß, sodass nur die wenigsten an der Rally partizipiert haben. Meine Fonds sind dennoch eher vorsichtig positioniert. Denn es ist wie bei der Titanic – gibt man zu viel Gas, übersieht man einen Eisberg und geht unter.