Klare Sache: Dividendenfonds zahlen sich aus

Models von Victoria's Secret in New York: Der Mutterkonzern Limited Brands gehört zu den besten Dividendenzahlern, Quelle: Getty Images

Models von Victoria's Secret in New York: Der Mutterkonzern Limited Brands gehört zu den besten Dividendenzahlern, Quelle: Getty Images

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Ein geschickter Schachzug von Joe Kaeser (55). Für satte 2,9 Milliarden Euro hat der Finanzvorstand von Siemens Aktien des Elektronikkonzerns zurückgekauft. Der Clou: Finanziert wurde das Ganze auf Pump.

Das Unternehmen hat dafür Anleihen ausgegeben und so laut Kaeser „teures Eigenkapital durch historisch preiswertes Fremdkapital ersetzt“. Für Anleihen mit einer Laufzeit von siebeneinhalb Jahren beispielsweise muss Siemens nur 1,5 Prozent Zinsen zahlen. Bei einer Laufzeit von zwei Jahren sind es sogar nur 0,375 Prozent.

Die Dividendenrendite hingegen, also die Ausschüttung pro Aktie geteilt durch den Aktienkurs, liegt bei knapp 4 Prozent. Die spart Siemens nun für die rund 33 Millionen zurückgekauften Aktien. Das Beispiel illustriert eindrucksvoll die aktuelle Situation an den Märkten und die Attraktivität von Dividendenpapieren.

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Rund um den Globus verdienen Investoren mit Ausschüttungen meist deutlich mehr als mit dem Kupon von Anleihen (siehe Grafik). 40 bis 50 Prozent der Aktienerträge kommen auf lange Sicht aus Dividenden. Und anders als Anleihen bieten Aktien als Sachwerte, Anteile an Unternehmen, einen gewissen Schutz vor Inflation.

Haben die Unternehmen auch noch Preismacht, steigen bei Inflation die Gewinne und damit in einem gewissen Maße auch die Dividenden. Im besten Fall steigt die Dividende von Jahr zu Jahr.

Zinsen sind in der Regel fest. Um derzeit überhaupt noch attraktive Kupons zu ergattern, müssen Investoren immer höhere Risiken eingehen. Von der Hochzinsanleihe zur Aktie ist der Schritt nicht mehr groß. Anleihe-Investoren bekommen am Ende der Laufzeit zwar ihr eingezahltes Geld zurück, aber so lange müssen sie ihr Geld eben auch binden.

Und: Geht der Emittent pleite, gehen sie leer aus. Vorteil der Dividendenpapiere: Wie ein Fallschirm bremsen Ausschüttungen Verluste ab. Denn gezahlt wird auch, wenn der Kurs der Aktie fällt oder eine Nullrunde dreht.

Das gilt zumindest langfristig. „Eine hohe und nachhaltige Dividendenrendite bietet Anlegern nicht nur einen gewissen Schutz vor Inflation und Deflation, sondern hat sich in der Vergangenheit auch immer wieder als Stabilitätsanker in schwierigem Marktumfeld bewiesen“, so Klaus Telöken von Allianz Global Investors zu den Ergebnissen der Studie „Dividendenstrategien im Umfeld von Inflation und Deflation“. Zusammen mit seinem Kollegen Kai Hirschen hat Telöken das Auf und Ab der Kapitalmärkte in den vergangenen 60 Jahren analysiert.