Klaus Kaldemorgen: „Ein wenig physisches Gold kann nicht schaden“

Klaus Kaldemorgen, DWS

Klaus Kaldemorgen, DWS

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DAS INVESTMENT.com: Die Börsen haben mit einem wahren Kursfeuerwerk auf den G-20-Gipfel in London reagiert. Fällt Ihr Urteil auch so euphorisch aus? Kaldemorgen: Die eine Billion Dollar, die jetzt dem Internationalen Währungsfonds zugeführt werden sollen, mindern das Risiko, dass weitere Länder zahlungsunfähig werden. Die Feuerwehr hat längere Schläuche bekommen, und das ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Trotzdem bleibt die Frage, wie viel Kursgewinn das wert ist. Ich glaube zwar, dass die Börsen ihren Boden gefunden haben, erwarte aber auch, dass sie nach oben jetzt ziemlich schnell an eine Grenze stoßen. Deshalb haben wir den Investitionsgrad des DWS Vermögensbildungsfonds I aktuell wieder auf unter 80 Prozent heruntergefahren. DAS INVESTMENT.com: Die Kollegen vom „Spiegel“ lamentieren bereits über den „goldenen Schuss“ an Liquidität, den sich die westlichen Industriestaaten mit ihren Konjunkturprogrammen möglicherweise gerade geben. Wie groß ist die allerorts beschworene Inflationsgefahr wirklich? Kaldemorgen: Natürlich müssen wir einen Preis dafür zahlen, dass die Weltwirtschaft nicht in ein schwarzes Loch fällt. Wie hoch dieser Preis ausfällt, lässt sich allerdings schwer sagen. Mit der Erhöhung der Geldmenge ist es so, als ob Sie Zahnpasta aus der Tube drücken und später versuchen, sie wieder hineinzubekommen. Das frische Geld kann sich eine Weile in den Finanzmärkten austoben, aber spätestens in einem Jahr trifft es die Gütermärkte. Deshalb wäre jeder Anleger gut beraten, sein Portfolio bereits heute auf höhere Inflationsraten auszurichten.