Klimaschutz-Investments Der Haken bei den Green Bonds

Windpark Pretul in der Steiermark: 14 Windräder in 1.600 Metern Höhe erzeugen Strom für 22.000 Haushalte. Das Startgeld kommt zu drei Vierteln aus einem Green Bond. | © Grant Thomson

Windpark Pretul in der Steiermark: 14 Windräder in 1.600 Metern Höhe erzeugen Strom für 22.000 Haushalte. Das Startgeld kommt zu drei Vierteln aus einem Green Bond. Foto: Grant Thomson

Auf der Bergkette Pretul in der Steiermark stehen 14 Windmühlen. Sie vertragen Temperaturen bis minus 40 Grad Celsius. Vereisen sie, taut eine Heizung sie auf. Sie versorgen 22.000 Haushalte mit Strom und vermeiden somit 70.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. 49 Millionen Euro kostete das alles, drei Viertel davon schoss die Europäische Investitionsbank (EIB) per Kredit zu.

Das Geld besorgt sie sich über sogenannte Green Bonds, zu Deutsch: grüne Anleihen. Die erste über 600 Millionen Euro brachte die EIB 2007 auf den Markt. Heute sind die Zahlen etwas größer. „Bis Ende Juni wurden seit Jahresbeginn Green Bonds mit einem Volumen von umgerechnet 46,1 Milliarden Euro emittiert“, heißt es in einem Bericht der Landesbank Baden-Württemberg. Für das Gesamtjahr rechnen die Landesbanker mit 100 Milliarden Euro an neuem Grünzeug.

Es grünt so grün: Green-Bond-Fonds im Überblick

Hier ist eine Auswahl von Investmentfonds, über die Privatanleger in Deutschland in grüne Anleihen investieren können. Zwei sind schon älter, die meisten aber noch sehr jung, genau wie das Anlagesegment

                               Quelle: Scope,Morningstar, Stand: 17. August 2017; Sortierkriterium: Aufteilung

Ein zartes Grün zeigt sich auch in der Fondswelt. Privatanlegern stehen in Deutschland mittlerweile acht reine Green-Bond-Fonds zur Auswahl (siehe Tabelle), ermittelte das Analysehaus Scope. Die französische Fondsgesellschaft Amundi stemmt zusammen mit der International Finance Corporation (IFC) einen 2 Milliarden Dollar schweren Green-Bond-Fonds, der in Schwellenländern aktiv werden soll. Nur ein Beispiel.