Kommentar Kames Capital Warum wir TIPS kaufen

Juan Valenzuela, Fixed Income Investment Manager bei Kames Capital

Juan Valenzuela, Fixed Income Investment Manager bei Kames Capital

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Wir halten Treasury Inflation Protected Securities, kurz TIPS, derzeit für vielversprechende Anlageprodukte. Diese Auffassung spiegelt sich auch in unseren strategischen Anleihenportfolios wider. Wir werden unsere entsprechenden Positionen voraussichtlich weiter ausbauen, sofern die Breakeven-Inflationsraten in den kommenden Wochen auf noch günstigere Niveaus sinken. Unsere Einschätzung basiert auf drei Faktoren:

1. Fundamentaldaten: Aus Bewertungsperspektive bietet das makroökonomische Umfeld ideale Voraussetzungen, dass sich inflationsgeschützter Anleihen besser entwickeln als Nominalanleihen. Die US-Wirtschaft zeichnet sich durch eine anhaltend gesunde Dynamik aus, die Lage am Arbeitsmarkt verbessert sich nach wie vor und die Inflation sorgt mit ihrem weiteren Anstieg für eine Überraschung.

Im Dezember 2015 hatte die US-Notenbank prognostiziert, der Kern-Verbraucherpreisindex – er stellt die Preisentwicklung bei den privaten Konsumausgaben ohne die volatilen Nahrungsmittel- und Energiepreise dar – werde bis Ende 2016 auf 1,6 Prozent steigen. Er liegt bereits jetzt bei 1,7 Prozent. Zudem dürften die Abwertung des US-Dollars und die relativ stabilen Rohstoffpreise den künftigen desinflationären Druck auf der Importseite vermindern.

2. Technische Unterstützung: Zu Jahresbeginn hatte das US-Finanzministerium eine Verringerung der TIPS-Emissionen um rund 20 Prozent angekündigt. Das stützt den Markt zusätzlich.

3. Vorteilhafte Geldpolitik: Die US-Notenbank schlägt taubenhaftere Töne an und scheint wenig besorgt zu sein, dass das Inflationsrisiko überraschend steigen könnte. Charles Evans, Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, meinte jüngst sogar, er hätte nichts gegen einen kurzzeitigen Anstieg der Teuerungsrate in Richtung 2,5 Prozent.

All diese Faktoren wirken sich unseres Erachtens auf die vom Markt eingepreiste Laufzeit-/Inflationsprämie aus. Sollte das übrige Umfeld unverändert bleiben, dürfte dies zu einer Ausweitung des Inflations-Breakeven führen.