Kommentar von Björn Drescher „Home Bias“ immer noch besser als Mischfonds

Björn Drescher, Gründer und Geschäftsführer von Drescher & Cie.

Björn Drescher, Gründer und Geschäftsführer von Drescher & Cie.

Der Durchschnitt deutscher Aktienfonds war in den vergangenen 25 Jahren ertragreicher als breiter streuende europäische oder gar globale Investments. Da soll noch mal jemand vor dem Home Bias warnen, also der überproportional starken Gewichtung heimischer Titel, die man als Anleger vermeintlich besser zu kennen und einzuschätzen glaubt als andere, weiter entfernte Unternehmen.

Wer Ratschläge zur Diversifikation deshalb leichtfertig in den Wind schlägt, sollte sich glücklich schätzen, in der Vergangenheit der richtigen Volkswirtschaft angehört zu haben. Die Beschränkung auf andere europäische Märkte führte aus Sicht dieser Nationen historisch zumeist zu deutlich schlechteren Anlageergebnissen.

Outperformance keine Gesetzmäßigkeit

Zudem sollte er zur Kenntnis nehmen, dass die beschriebene Outperformance keine Gesetzmäßigkeit darstellt, die sich auf die Zukunft extrapolieren ließe. Beispielsweise hat Deutschland als Exportnation in besonderer Weise von der fortschreitenden Globalisierung profitieren können und wäre von umgekehrten Vorzeichen entsprechend hart getroffen.

Einmalanlage: Wertentwicklung pro Jahr

Dessen ungeachtet darf man erwarten, dass die Beteiligung an deutschen Aktiengesellschaften auch weiterhin bei entsprechendem Anlagehorizont sehr attraktiv bleibt. Von daher erscheint ein langfristiger Sparplan in einen reinrassigen deutschen Aktienfonds als Einstiegsinvestment immer noch vielversprechender als keiner und obendrein auch als die immer häufiger zu beobachtende ratierliche Einzahlung in Mischfonds mit hohen Rentenanteilen.

Sparplan: Das wurde aus 30.000 Euro

Frei nach dem Motto „Besser später als nie“ kann die regionale Risikostreuung dann zu gegebener Zeit verbreitert, um nicht zu sagen nachgeholt werden.