Kommentar zur Zinswende Frau Yellen, heben Sie endlich die Zinsen an!

Uwe Wiesner, Portfoliomanager bei Hansen & Heinrich

Uwe Wiesner, Portfoliomanager bei Hansen & Heinrich

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Die ausgebliebene Zinserhöhung der US-Notenbank im September hat für erhebliche Marktturbulenzen gesorgt. Die Glaubwürdigkeit der Fed wurde leicht beschädigt. Im Jahresverlauf wird die Zinserhöhung nachgeholt. Sie lässt sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln als notwendig, ja sogar als überfällig, beschreiben.

Die Aussichten für das BIP-Wachstum der USA haben sich mit ca. 2,5 Prozent Wachstum im Jahresverlauf 2015 und darüber hinaus stabilisiert. Der US-Arbeitsmarkt ist mit einer Quote von 5,1 Prozent und im Durchschnitt 200.000 neu geschaffenen Stellen pro Monat robust. Es gibt erste Zeichen von steigenden Löhnen (plus 0,32 Prozent) und steigenden Preisen. Hinzu kommt volkswirtschaftlich ein quasi „Konjunkturprogramm“ durch gefallende Ölpreise und gefallende Rohstoffpreise. Die negativen Inflationsaspekte der fallenden Rohstoffpreise sind ab 2016 nicht mehr wirksam, sodass negativer Druck auf die Inflation entweicht. Als weiteren volkswirtschaftlichen Aspekt gilt es zu berücksichtigen, dass sich die amerikanischen Konsumenten in den letzten fünf Jahren massiv entschuldet haben. Dies wird im 4. Quartal 2015 und danach zu steigenden Konsumausgaben führen. Daher wird die US-Konjunktur einen ersten Zinsschritt, kombiniert mit einer klaren Kommunikation über den weiteren Verlauf, problemlos verkraften.