Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner: "Griechenland räumt doch schon kräftig auf"

Ferdinand Fichtner, Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Ferdinand Fichtner, Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

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DAS INVESTMENT: Zahlreiche Anleger setzen auf andere Währungen als Alternative zum Euro. Zu Recht?

Ferdinand Fichtner:
Ich kann es nachvollziehen, wenn jemand sein Vermögen inzwischen lieber über mehrere Währungen streuen will. Eine Flucht aus dem Euro finde ich aber übertrieben.

Glauben Sie nicht, dass er weich wird?

Fichtner:
Nicht allzu sehr, nein. Die USA wackeln schuldentechnisch genauso wie die Eurozone. Deshalb wird der Euro gegenüber dem Dollar recht stabil bleiben. Und China will seine Währung wieder schwächen. Von genauen Wechselkursprognosen halte ich allerdings nicht viel.

Welche Länder werden im Euro bleiben?

Fichtner:
Alle. Ich kann zwar nicht komplett ausschließen, dass Griechenland austritt. Ich halte es aber für unwahrscheinlich.

Griechenland wirkt wie ein Kind, das sein Zimmer aufräumen soll, aber nicht will.

Fichtner:
Es ist doch schon kräftig beim Aufräumen. Gerade bei den Staatsfinanzen gibt es große Fortschritte. Das Land hat sein Primärdefizit, also das Staatsdefizit vor Zinsen, schon fast auf null gebracht. Das ist eine enorme Leistung. Sie wird nur nicht ausreichend gewürdigt.

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