Kosten senken, Vertrauen zurückgewinnen Deutsche Bank verhängt Einstellungsstopp

John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank | © Getty Images

John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Foto: Getty Images

In einer Mitteilung an die Bereichsvorstände gab die Bank aus Frankfurt demnach am Mittwoch bekannt, dass ab sofort keine externen Neueinstellungen mehr vorgenommen werden sollen. Der Einstellungsstopp umfasst alle Bereiche - mit Ausnahme einiger Kontrollfunktionen, wie etwa Compliance, wie es weiter hieß.

Schätzungen der Analysten von JPMorgan Chase & Co. zufolge kann ein solcher Einstellungsstopp bei der Deutschen Bank zu Einsparungen von bis zu 1,9 Milliarden Euro im laufenden Jahr führen.

Ein Sprecher der Bank wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf eine Mitteilung vom 8. Oktober, in der die Bank bekanntgab, dass mit den Arbeitnehmervertretern eine Einigung über die Streichung von 1000 Stellen in Deutschland im Rahmen eines größeren Restrukturierungsplans erzielt worden sei.

Cryan versucht den Kursrutsch umzukehren, in dessen Verlauf die Bank in diesem Jahr fast die Hälfte ihres Marktwertes verloren hat. Grund dafür ist nicht zuletzt Besorgnis über die steigenden Rechtskosten. So fordert das US-Justizministerium 14 Milliarden Dollar von der Bank im Zusammenhang mit Fehlverhalten bei Hypothekenpapieren (RMBS). Die Verhandlungen über den Vergleich laufen noch, wie verlautete, und die endgültige Summe, die die Bank zu zahlen hat, steht demnach noch nicht fest.

Seit Cryan 2015 das Steuer bei der Deutschen Bank übernahm, hat er die Dividenden gestrichen, riskante Aktiva abgebaut und kürzt etwa 9000 Stellen. Er hat auch signalisiert, dass die Bank ihre Kosteneinsparungen möglicherweise weiter verstärken muss.