Landgericht Kassel 2018 startet neuer Prozess gegen Mehmet Göker

Mehmet Göker in der Türkei: Szene aus dem Dokumentarfilm über ihn.

Mehmet Göker in der Türkei: Szene aus dem Dokumentarfilm über ihn.

Gewerbsmäßiger Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen, Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz und auch Betrug: Die Liste der Vorwürfe der Kasseler Staatsanwaltschaft gegen Mehmet Göker ist lang. Verantworten dafür soll sich der 38-Jährige ab dem 8. März kommenden Jahres vor der 3. Strafkammer des Landgerichts Kassel.

Ein Auftritt Gökers vor dem Richter ist aber nicht sehr wahrscheinlich: Der türkische Staatsbürger ist vor acht Jahren geflüchtet. Dabei soll er laut Staatsanwaltschaft Daten von potenziellen Versicherungskunden mitgenommen, die in die MEG-Konkursmasse gehörten. Im westtürkischen Kusadasi hat Göker nun eine Ferienanlage aufgebaut und veranstaltet unter anderem Vertriebsseminare.

Göker vor dem Zugriff der deutschen Justiz sicher

Für eine Verurteilung Gökers in Deutschland müsste zunächst der türkische Staat dem Auslieferungswunsch der deutschen Justiz nachkommen. „Die Bearbeitung solcher Rechtshilfeersuchen nimmt erfahrungsgemäß einen erheblichen Zeitraum in Anspruch“, zitiert die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) Christian Springmann, Sprecher des Kasseler Landgerichts.

Vorerst ist Göker trotz eines gegen ihn vorliegenden internationalen Haftbefehls in der Türkei vor dem Zugriff der deutschen Justiz sicher. Denn die Türkei hat mit Deutschland kein Auslieferungsabkommen für eigene Staatsbürger. Laut HNA habe sich Göker am Telefon zwar auf den Prozess gefreut, um die Vorwürfe zu klären. Ob er dafür auch nach Deutschland komme, könne er aber nicht versprechen.